Wachgänge sollen Wirkung haben

Neue Sicherheitsregeln an der Obdachlosenunterkunft

Langenhagen (gg). In der Obdachlosenunterkunft gelten schärfere Regeln. Die Satzung und die Benutzungsordnung in den städtischen Häusern am Harkenkamp und am Weidenbruch sind bearbeitet worden. Der Sozialberatungsdienst reagiert damit auf die Forderung des Rates, die nach Anliegerbeschwerden im vergangenen Frühjahr formuliert wurde. Von heftigen Ruhestörungen, gar Bedrohungen war da die Rede. In einer emotional geführten Debatte wurden aktuelle und ältere Vorkommnisse gemischt erzählt. Damit räumte Kommissariatsleiter Andreas Alder in der Sozialausschuss-Sitzung nun gründlich auf: „Es gibt keinen nachvollziehbaren Fall, bei dem die Polizei im Bereich Harkenkamp nicht tätig geworden ist.“ In Richtung Polizei artikulierte Vorwürfe seien „belegbar nicht haltbar“. Seine Feststellung lautet: „Im Jahr 2014 war der Bereich um die Obdachlosenunterkunft Harkenkamp ein polizeilicher Brennpunkt. Aktuell im Jahr 2017 ist er das definitiv nicht.“ Den Notruf 110 zu wählen, wenn Sachbeschädigungen drohen, die nächtliche Ruhe gestört ist oder gar Schlimmeres zu vermuten ist, sei richtig und wichtig, so sein Appell an die Nachbarn der Unterkunft, die während der Sitzung mehrfach zu Wort kamen. Sie bestätigten, dass sich die Bewohner der Obdachlosenunterkunft in den vergangenen Wochen deutlich ruhiger verhalten hätten, was vielleicht aber nur der nassen Witterung geschuldet sei. An warmen Sommerabenden sei das Grölen der Betrunkenen, die auf dem Hof der Obdachlosenunterkunft Gelage feierten, berüchtigt. Dass Bürgermeister Mirko Heuer die Problemlage zur Chefsache gemacht habe und einen Sicherheitsdienst engagiert habe, sei ein wichtiges Zeichen gewesen. Allerdings, so die Bitte der Anwohner, sollen die Wachgänge nicht mehr zu festen Zeiten, sondern sporadisch erfolgen, damit sie volle Wirkung haben.
Zur sachlichen Aufklärung trug entscheidend Sozialdienst-Leiterin Doris Lange bei. Sie sagte: „Die Sozialarbeit hat Grenzen, denn sie ist an die Freiwilligkeit der Betroffenen gebunden.“ So sei es „nicht mal eben so möglich“, einen Menschen in eine medizinische Betreuung einweisen zu lassen. Das sei strikt geregelt, erfordere eine gerichtliche Einbindung. Sie dankte den Nachbarn ausdrücklich, dass sie sich seit Jahren um Menschen kümmern, die im Alkoholrausch komatös auf der Straße liegen, und den Krankenwagen rufen. Einstimmig votierten die Mitglieder des Sozialausschusses für die Verschärfungen der Satzung und Benutzungsordnung der Obdachlosenunterkünfte. Es gilt nun ein Waffenverbot. Der Sicherheitsdienst darf das Hausrecht ausüben und Weiteres. Der Sozialdienst wurde beauftragt, als weitere Verschärfung das Alkoholverbot zu verankern.