Wandertage bei den Amphibien

Kröten werden auch im Doppelpack von den NABU-Helfern über die Straße getragen. (Foto: R. Stankewitz)

NABU bittet um Hilfe zum Schutz der Natur

Langenhagen. Viele Amphibien, vor allem Erdkröten und verschiedene Molcharten, benötigen im Frühjahr Unterstützung. Jedes Jahr ab Anfang März, wenn die Temperaturen über acht Grad steigen, machen sich die Amphibien auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Besonders bei Regen sind die Frösche, Kröten und Molche verstärkt unterwegs. Dabei müssen sie auch Straßen überqueren und dies wird leider oft zu einer Todesfalle. Zum Schutz der Tiere ist der NABU auf die Rücksicht der Autofahrer und auf die Unterstützung von Helfern angewiesen.
Ein Abend an den Wanderstrecken wird zu einem aufregenden und romantischen Naturerlebnis, denn die Helfer können liebestolle Krötenmännchen zu ihrer Angebeteten bringen oder sogar in inniger Umarmung verschlungene Paare sicher über die Straße tragen. Mit Taschenlampe, Warnweste, Eimer und Einmalhandschuhen sind die Helfer für diesen wichtigen Einsatz für den Naturschutz passend ausgestattet. Und wer einmal stolz aufgerichtete Krötenmännchen und ihr werbendes Rufen live erleben möchte, ist herzlich an den verschiedenen Wanderzonen in Langenhagen willkommen.
Die in bekannten Wandergebiete werden mit den Verkehrsschildern »Achtung Krötenwanderung« durch die Stadtverwaltung gekennzeichnet. Die Straße »An der Neuen Bult« wird durch Querbaken von 18 bis 6 Uhr voll gesperrt. Ein Durchfahren zum oder vom Betriebshof/Wietzeblick ist nur für Mitarbeiter des Betriebshofs gestattet. Am Wietzeblick gilt ab 18 Uhr Halteverbot an den Parkplätzen. In dieser Wanderzone kümmern sich Naturfreunde aus der Kernstadt und Anwohner des Stadtwaldes um die wandernden Amphibien.
Eine weitere Wanderzone befindet sich am Stucken-Mühlen-Weg ungefähr auf Höhe des Waldsees in Krähenwinkel. Innerhalb dieser Zone wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Tempo reduziert. Der NABU würde sich freuen, wenn sich für diesen Bereich weitere Betreuer finden.
Im Weiherfeld an der Straße Ortleuth befindet sich der Wanderbereich an einer Straße, die für den normalen Durchgangsverkehr grundsätzlich gesperrt ist. Da dies aber immer wieder missachtet wird, ist die Straße während der Wanderzeiten mit Querbaken gesperrt, um das Leben der hier wandernden Amphibien zu retten. Dieser Bereich wird von NABU-Aktiven aus Kaltenweide betreut.
Im Bereich Evershorst wurde auch in diesem Frühjahr wieder ein Amphibienschutzzaun aufgestellt. Entlang des Zaunes müssen während der Wanderzeit jeden Morgen bis 8.30 Uhr und, wenn optimales Wanderwetter herrscht auch jeden Abend gegen 23 Uhr die eingegrabenen Eimer kontrolliert werden. Sollten sich in den Eimern Tiere befinden, werden sie auf die jeweils gegenüberliegende Straßenseite gebracht und dort hinter den Zaun gesetzt. Helfer, die den NABU-Ortsverein bei der Betreuung des Schutzzaunes während der Amphibienwanderung unterstützen wollen, nehmen Kontakt mit Ricky Stankewitz auf, der gerne weitere Informationen geben wird.
Die Wirtschaftswege nördlich des Flughafens sind als Wanderzonen für Amphibien bekannt und ganzjährig nur für Anlieger freigegeben. Während der Wanderzeit sind Wohldamm und Woldtrift mit Querbaken komplett von 18 bis 6 Uhr gesperrt. Der NABU bittet Autofahrer dringend darum, diesen Weg während der Amphibienwanderung nicht als Abkürzung zwischen Flughafen und Kananoher Straße zu nutzen.
An der Kananoher Straße auf Höhe des Parkplatzes Hasenheide queren Amphibien die Straße auf ungefähr 500 Meter Länge in einer leichten S-Kurve. Diese Straße kann für den Durchgangsverkehr nicht gesperrt werden, wodurch sie für Helfer und Amphibien durch rücksichtslose Autofahrer eine große Gefahr darstellt. Die Straße ist im Wanderbereich auf eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 reduziert.
Wer den NABU während der Amphibienwanderung nicht aktiv unterstützen kann, hat dennoch die Möglichkeit zu helfen. „Klären Sie bitte andere Autofahrer über den Grund der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf“, bittet der NABU-Vorsitzende Ricky Stankewitz. „Unter Pkw entsteht ab einer Geschwindigkeit von über Tempo 30 ein Unterdruck, der zum Tod der unter dem Wagen befindlichen Tiere führt. Die Amphibien müssen also nicht unbedingt unmittelbar mit dem Reifen überfahren werden, um zu sterben. Umso wichtiger ist es, sich in den Wanderzonen an die angegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten.“ Stankewitz weist außerdem auf die Gefährdung der ehrenamtlichen Helfer hin und bedankt sich im Voraus für das Verständnis der Autofahrer: „Auch die Helfer, die im Dunkeln die Tiere über die Straße tragen, werden durch zu schnell fahrende Autos gefährdet. Ich bedanke mich schon jetzt für das Verständnis und die Rücksichtnahme der Autofahrer.“
Helfer können sich per E-Mail an ricky.stankewitz@nabu-langenhagen.de wenden oder sich telefonisch unter (0511) 27 08 20 19 melden.