"Warum werden Steine in den Weg gelegt?"

Tauschten sich intensiv aus (vor von links): Uwe Guelke, Vorsitzender des Repair-Treffs, Torsten Binde, zweiter Vorsitzender und Hendrik Hoppenstedt; hinten Ingrid Lenk & Christine Paetzke-Bartel, Vorstand MGH (Foto: D. Lange)

Hendrik Hoppenstedt zu Besuch im Mehrgenerationen-Haus

Langenhagen (dl). Seitdem der Repair-Treff unter einem Dach mit dem Mehrgenerationen-Haus (MGH) zusammenarbeitet, hat sich diese Kooperation zu einem Gewinn für beide Seiten entwickelt. An jedem ersten und dritten Sonnabend im Monat veranstaltet der Treff im MGH seine Aktionstage, an denen Fahrräder und Computer unter Anleitung repariert oder gewartet werden können. Auf diese Weise lernen die Besucher auch gleich die Angebote des MGH kennen. So wie der CDU Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt, der auf Anregung des Vorsitzenden des Treffs, Uwe Guelke, kürzlich den Repair-Treff besuchte, um sich ein Bild von dessen Arbeit zu machen. Mehr als 400 Fahrräder hat der Repair-Treff bisher als Spende angenommen, von denen etwa 250 wieder aufgearbeitet und an die Flüchtlinge weitergegeben werden konnten. Für Guelke geht es aber um mehr. Nicht allein die Flüchtlinge sollen davon profitieren, sondern alle Bedürftigen in Langenhagen. Auch sollen alte Computer wieder aufgearbeitet werden, um sie, wie bisher die Fahrräder auch, an Bedürftige weitergeben zu können. Mittlerweile bekommt der Repair-Treff viele solcher Rechner als Spende von Berufsschulen und Unternehmen, die ihre Bestände erneuern wollen. Das Vorhaben gestaltete sich allerdings schwieriger, als gedacht. Ob der Repair-Treff diese Fahrräder und Computer an Bedürftige kostenlos verteilen darf und ob diese dazu ihre Bedürftigkeit nachweisen müssen, war zunächst Gegenstand von langen und zähen Verhandlungen mit dem Finanzamt. Ein weiteres Problem betraf den Datenschutz, denn die Bescheide zum Nachweis der Bedürftigkeit müssen vom Repair-Treff auch gespeichert werden können. Nach langem Hin und her und der Überwindung zahlreicher bürokratischer Hindernisse sind alle diese Fragen mittlerweile geklärt. Alle, bis auf eine: „Warum“, so fragt Torsten Binde, IT-Fachmann und zweiter Vorsitzender des Treffs, „warum werden ehrenamtlich engagierten Helfern solche Steine in den Weg gelegt?“ Mittlerweile sind die Fahrradbestände wieder weitgehend reduziert, sodass auch wieder Räder gespendet werden können. Jeweils montags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Allerweg 48/Ecke Helmeweg. Inzwischen kann der Treff auf die Hilfe von etwa 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern zurückgreifen, die abwechselnd und mit eigenem Werkzeug in die Garage im Allerweg kommen, um mit Spaß und viel Elan die alten Fahrräder wieder verkehrstüchtig zu machen. Nach wie vor sucht der Treff aber zur Unterstützung nach einen Elektromeister, der noch im Beruf steht. Immer häufiger kommen die Langenhagener mit defekten Elektrogeräten, die sie unter fachlicher Anleitung beim Repair-Treff reparieren möchten. Ohne eine abschließende Expertise durch einen Fachmann aber dürfen diese Geräte nicht in Betrieb genommen werden.