Was ist angemessen?

Veranstaltungsreihe zum Thema Gedenkkultur

Langenhagen (ok). Was ist eine angemessene Gedenkkultur und wie sieht sie in Deutschland aus? Um das Thema Gedenken und Erinerungskultur im kollektiven Gedächtnis geht es in einer Trilogie, die die VHS Langenhagen und der Kirchenkreis gemeinsam ins Leben gerufen haben. Auftakt ist eine Veranstaltung am Freitag, 12. November, um 19 Uhr in der Elisabethkirche, die den etwas provozierenden Titel „An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld: deutsch-jüdische Missverständnisse“. Auf dem Programm steht ein Lesung von Avi Primor mit anschließender Diskussion. Der Präsident des „Israelischen Staates für Internationale Beziehungen“ setzt sich mit der Frage auseinander, wo die Grenze zwischen legitimer Kritik an Israel und Antisemitismus liege.
Einen Tag später geht es dann nach Bergen-Belsen, dort werden die Gedenkstätte und das im Oktober 2007 eröffnete Dokumentationszentrum besucht. Außerdem wird ein Rundgang über das Gelände zu verschiedenen Mahnmalen und Gedenksteinen stattfinden. Abfahrt ist um 8 Uhr in Fahrgemeinschaften ab „Treffpunkt; Rückkehr gegen 16 Uhr. Abgeschlossen wird die Trilogie dann am Dienstag, 16. November, um 19 Uhr, in der Elisabethkirche mit einem Musikabend mit Klezmer-Musik, der traditionellen jüdischen Volksmusik.
Zur Thematik passt der Vortrag des Langenhageners Rudi Elfert, der früher im Chemiebetrieb des Juden Hugo Bamberger gearbeitet hat. Dessen Tochter Suzanne Loebl, eine amerikanische Schriftstellerin, hat in einer autobiographischen Erzählung über die Jahre der Diskriminierung und Verfolgung, aber auch über die mutigen Helfer berichtet. Rudi Elfert hat von ihr die Genehmigung zur Übersetzung erhalten und wird über „den endlosen Krieg – Jugend am Rand des Hololcaust“ referieren. Der Vortrag findet am Dienstag, 9. November, ab 19 Uhr im „Treffpunkt“ statt; der Eintritt beträgt fünf Euro.