Wasser soll im Moor bleiben

Nach der kurzen Mittagspause sägten die Schüler wieder für den Erhalt der Moorlandschaft. (Foto: G. Gosewisch)

IGS-Forscherklasse rodete Birken und Kiefern

Kaltenweide (gg). Für den Naturschutz waren nun fünf IGS-Klassen aktiv. Sie sägten Kiefern und Birken auf einer zwei Hektar großen Fläche am Südturm ab, denn diese wirken mit ihrem Wuchs gegen den gewünschten Erhalt der Moorlandschaft. „Nass soll es bleiben“, erklärt Hans-Jürgen Ratsch, Lehrer an der IGS-List und Vorsitzender der Naturkundlichen Vereinigung mit Sitz im Wasserturm an der Stadtparkallee. Für seine Schüler macht er in jedem Jahr einmal den Naturschutz-Einsatz möglich, immer in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde. Er sagt: „Das Moor muss man erleben.“ Licht, Luft und der federnde Boden im Wald und im Moor forderten alle Sinne heraus. Nasse Füße gab es bei den Schülern in Aktion, dank der Gummistiefel-Pflicht, nur selten und auch die frostigen Temperaturen schadeten nicht, denn die recht schwere Arbeit sorgte für körpereigene Hitze. Botanische Fachfragen streute Hans-Jürgen Ratsch in gewohnt unerbittlicher Art und Weise ein, schließlich gibt es im freilandbiologischen Unterricht viel zu lernen. Gelacht wurde dennoch viel, sowohl über die Kalauer des Lehrers als auch über die unerwarteten Stolperer an quer liegenden Ästen. Unter dem Motto „jeder hilft jedem“ wurden das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und beim Blick über frei gesägte Fläche gab es zufriedene Gesichter unter den 13-Jährigen. Rundum positive Bilanz zog Marcel Hollenbach vom Regionsteam Naturschutz. Er sagte: „Die Schüler können hier Verständnis für den Naturschutz entwickeln. Darum geht es.“ Beim Blick auf den Vorfluter konnten die Schüler sehen, wie das Wasser aus dem Moor abfließt – zu viel, wenn der moortypische Wasserstand erhalten bleiben soll. Im Rahmen des „Life+ Projekts Hannoversche Moorgeest“ soll es daher Maßnahmen zur Renaturierung und zur Regeneration des Wasserhaushaltes geben, dank einer EU-Förderung mit Unterstützung von Land und Region (11,6 Millionen Euro). Entwässerungsgräben werden zurück- und Ringwälle aufgebaut. Marcel Hollenbach erklärt: „Die Abholzung bleibt in jedem Jahr wichtig, sonst können sich die heimischen Kleinststräucher wie Glockenheide und Moosbeere nicht entwickeln.