Wasser sprudelte aus Kanaldeckeln

Der Regen floss am Donnerstag nicht ab. Wasser drückte aus der Kanalisation. (Foto: C. Hasse)

Stadtfeuerwehr nach Starkregen im Einsatz

Langenhagen. Gegen 15.45 Uhr am Donnerstag, eine Stunde nach Beginn des Starkregens, lief der erste Alarm für die Ortsfeuerwehr Schulenburg auf. An der Desbrocksriede stand eine Versand- und Produktionshalle unter Wasser. Nur wenige Minuten später rückten die Einsatzkräfte aus Godshorn zur Berliner Allee aus. Dort waren eine Garage samt Keller sowie der benachbarte Kiosk voll Wasser gelaufen. Stadtbrandmeister Arne Boy war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.
In vielen Straßen sprudelte das Wasser zu diesem Zeitpunkt aus der Kanalisation, sodass Straßenzüge komplett überschwemmt waren. Dabei beschränkte sich das Einsatzgebiet auf Schulenburg und Teile von Godshorn.
Der Stadtbrandmeister entschied daraufhin, einen Alarm für die gesamte Stadtfeuerwehr auszulösen. Sirenen-Alarm ertönte. Alle Einsätze wurden zentral über das Feuerwehrhaus an der Konrad-Adenauer-Straße koordiniert. Der Einsatzleitwagen aus Kaltenweide bezog dort Stellung, erfasste zentral alle Einsätze, die per Fax von der Leitstelle übermittelt wurden, und teilte die Fahrzeuge den einzelnen Einsatzorten zu. Die Aufgabe "Brandschutz sicherstellen" übernahm die Ortsfeuerwehr Kaltenweide.
Es standen diverse Keller von Wohngebäuden teils zwei Meter hoch unter Wasser. Auch das Gewerbegebiet hatte es stark getroffen. Lagerhallen sowie Bürokomplexe samt Keller waren geflutet. Eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte stellten die großen Wassermassen dar, die nicht von der Kanalisation aufgenommen wurden und somit ihren Weg suchten. Erst nach und nach floss das Wasser ab.
Zusätzlich zur Feuerwehr waren auch die Polizei, die Stadtwerke und die Wasserbehörde im Einsatz. Die Berliner Allee war für den Verkehr während der Arbeiten komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt, wodurch der Feierabendverkehr aus dem Gewerbegebiet umgeleitet werden musste.
Besonders schwer betroffen war eine Event Location in der Gleiwitzer Straße. Dort war bereits für eine Hochzeitsgesellschaft mit 600 Gästen am Wochenende alles vorbereitet. Gedeckte Tische und üppige Dekoration mit weißen Stoffen hingen in einem Wasserstand von 50 Zentimeter. Mehrere Pumpen liefen, um die Wassermassen aus der Halle zu befördern. Offen ist, ob die Hochzeit nun stattfinden kann.
Bis in den späten Abend waren gut 120 Einsatzkräfte mit mehr als 30 Fahrzeugen unterwegs. Dabei liefen 20 Pumpen und sechs Wassersauger, mit denen mehrere tausend Kubikmeter Wasser bewegt wurden. Die 31 abgeleisteten Einsätze umfassten vom privaten Keller bis hin zur 300 Quadratmeter unter Wasser stehenden Halle das gesamte Spektrum - so der Bericht von Feuerwehrsprecher Christian Hasse.