Wasserwelt Langenhagen ist eröffnet

Sie durften natürlich nicht fehlen: zwei Nixen bei der Schwimmbaderöffnung. (Foto: D. Lange)
 
Der letzte Tropfen, der noch fehlte. (Foto: D. Lange)

Zugkraft weit über Langenhagen hinaus wird erwartet

Langenhagen (dl). Es ist vollbracht! Rund 15 Jahre hat es gedauert, von den ersten Planungen für das später verworfene La2O am Silbersee bis zur heutigen „Wasserwelt Langenhagen“ an der Theodor-Heuss-Straße. Knapp 500 geladene Gäste kamen zur offiziellen Eröffnungsfeier des neuen Bades, bevor am Tag darauf, dem Tag der offenen Tür, die Langenhagener Bürger „ihr“ neues Bad besichtigen und in Besitz nehmen durften. Aber der Reihe nach. Die Chronologie des Projektes Schwimmbad-Neubau in Langenhagen beginnt, nach ersten Planungen und Gutachten, gleich mit einem Paukenschlag. Laut Ratsbeschluss vom März 2003 wird das Schwimmbad Langenhagen-Mitte an der Konrad-Adenauer-Straße geschlossen und abgerissen, weil sich die Stadt keine zwei Bäder mehr leisten konnte und wollte, die noch dazu bereits damals in die Jahre gekommen und somit sanierungsbedürftig waren. Das Freibad in Godshorn dagegen wurde noch bis zum August dieses Jahres weiterbetrieben. Im gleichen Jahr beschloss der Rat der Stadt mit großer Mehrheit den Bau des La2O am Silbersee. Allerdings mehren sich später in der Politik und in der Bevölkerung bald Widerstände gegen das neue Bad, die sich im wesentlichen an den geplanten Kosten von ca. 25 Mio. Euro, der Ausstattung sowie dem Standort festmachen. Ein Bürgerentscheid dazu ergab zwar ein positives Ergebnis für das Bad, dennoch aber scheiterte die Befragung am 25 Prozent-Zustimmungsquorum. Was letztendlich dazu führte, dass der Rat 2005 die Reißleine zog und mit knapper Mehrheit den Schwimmbad-Neubau auf später verschob, ungeachtet der bisher angefallenen Planungskosten. Daraufhin startete die Bürgerinitiative „Pro La2O“erneut ein Bürgerbegehren in Form einer Unterschriftensammlung für die Fortführung der Planungen, der am Ende ganze neun Stimmen zum Erfolg fehlten. Dennoch geriet das Thema danach nicht in Vergessenheit. Auch dank der Beharrlichkeit des heutigen Bürgermeisters Heuer, der, wie er sagt, über die Bürgerinitiative als deren Sprecher den Weg in die Politik fand, Ratsherr wurde und seit 2014 Bürgermeister ist. Für ihn schließt sich damit ein Kreis. Sichtlich stolz auf das Erreichte und emotional bewegt, bekannte Heuer freimütig: „Schon heute morgen beim Aufwachen war mir klar, dass das ein ganz besonderer Tag ist“. Gemeinsam mit Stadtbaurat Carsten Hettwer präsentierte Heuer sich den Gästen anlässlich der Eröffnungsfeier in einem sowohl dem Ort entsprechenden, gleichzeitig aber auch die Etikette wahrenden Outfit. Mit Schlips und Kragen, dunklem Sakko sowie einem hellblauen, locker um die Hüften geschlungenen Frotteetuch bewahrten sie die nötige Contenance. Stadtbaurat Carsten Hettwer legt Wert auf die Feststellung, dass das Bauvorhaben im festgelegten Kostenrahmen geblieben ist und setzt darauf, dass die die neue Wasserwelt Langenhagen eine Zugkraft entwickelt, die weit über Langenhagens Grenzen hinausreicht. Dabei geht Hettwer von etwa 240.000 Besuchern aus pro Jahr plus Saunabereich. Zum Ende der Eröffnungsfeier legten Heuer und Hettwer Sakko und Handtuch ab und sprangen zusammen, wenn auch nicht synchron, vom Dreimeter-Brett. Mit seiner stilistisch einwandfreien Arschbombe machte Heuer die Zuschauer in der ersten Reihe zwar ordentlich nass, dennoch hatten alle ihren Spaß dabei. Den hatten tags darauf auch die rund 10.000 Besucher beim Tag der offenen Tür. Sie waren gekommen, um sich selbst ein Bild zu machen von dem lichtdurchfluteten und farblich akzentuierten Schwimmbad-Komplex mit seinen insgesamt sieben unterschiedlichen Becken. Bereits eine Stunde, bevor sich die Tore öffneten, reichte die Schlange der Wartenden gefühlt einmal um den Parkplatz. Deren Reaktionen auf das neue Bad fielen, so war zu hören, durchwegs positiv aus. Zwar durften sie sich an diesem Tag noch nicht selber in die Fluten stürzen, bekamen dafür aber ein abwechslungsreiches Programm geboten mit einer singenden Meerjungfrau, einem umfangreichen Kinderprogramm und diversen Vorführungen wie Arschbomben, Turmspringen oder Wasserball. Möglich, dass sich der eine oder andere dabei ein paar Tricks für besonders effektvolle Sprungfiguren vom Dreimeter-Brett abgeschaut hat.