Waterloo und das Jahr 1815

Trebuchet oder auch Blide – ein funktionsfähiges Katapult aus dem Mittelalter.

Gymnasium und drei Grundschulen gestalteten Talentetag mit zeitgeschichtlicher Recherche

Langenhagen (ok). Juni 1815 – ein einschneidendes Datum in der europäischen Geschichte: zuerst am 9. Juni der Wiener Kongress mit der Neuordnung des Kontinents, neun Tage später dann die Schlacht bei Waterloo in Belgien, die mit einer verheerenden Niederlage Napoleon Bonapartes endete. 120 Mädchen und Jungen der dritten bis siebten Klassen des Gymnasiums, der Grundschulen Godshorn und Krähenwinkel sowie der Friedrich-Ebert-Schule haben sich intensiv mit dem Thema „1815 Waterloo – was geht mich das an?“ beschäftigt. Und in zehn Workshops für den Talentetag als Veranstaltung des Hochbegabungsverbundes kamen sie bei ihren Recherchen zu beachtlichen Ergebnissen – auch für Deutschland und Langenhagen. „Aus Deutschland und auch aus Langenhagen wanderten zu der damaligen Zeit viele Frauen und Männer aus, weil sie die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Not hier nicht mehr ertragen konnten“, erläutert Koordinatorin Ulrike Heßling. Aufbruchstimmung auch im Vereinigten Königreich, in Großbritannien – einer der gegnerischen Parteien Napoleons in der Schlacht bei Waterloo. Großbritannien war zur damaligen Zeit die einzige Weltmacht; London mit 1,4 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Welt. Die erste Lokomotivenfabrik nahm ihre Arbeit auf, die erste Eisenbahn fuhr. Aber auch die Tatsache, dass Kinder zehn bis 16 Stunden täglich im Bergwerk arbeiten müssen. Die Geschwister Caroline und Natalie (beide neun) aus der dritten Klasse der Friedrich-Ebert-Schule fanden zum Beispiel auch heraus, dass die Flagge „Union Jack“ damals aus den einzelnen Flaggen der einzelnen Länder Schottland, England und Nordirland entstand. Und vor 200 Jahren erklang auch erstmals die Nationalhymne „God save the Queen“. Praktisch wurde auch gearbeite – die Mädchen und Jungen bauten detailgetreu die mittelalterlich Wurfwaffe Trebuchet oder auch Blide nach; Kanonenkugeln wurden gegossen; Uniformen vorgestellt. Eine eigene Wandzeitung mit „Nachrichten von der Front in die Heimat“ mit der Schrift der damaligen Zeit und Todesanzeigen wurde gestaltet. Und auch Strategiespiele standen auf dem Programm. Exponate und Aktionen, die alle mit einem entscheidenden Jahr in der Zeitgeschichte zusammenhängen: dem Jahr 1815.