Weg der Trauer gemeinsam gehen

In der Trauergruppe können Betroffene einen Ausweg aus ihrer Situation finden.

Trauergruppe in der Lebensberatungsstelle beginnt am 1. Oktober

Langenhagen. Wer in der Mitte des Lebens vom Tod eines nahestehenden Menschen betroffen ist, findet oft nur wenig Raum für die Trauer: Der Alltag und seine Anforderungen gehen weiter, Familie und Freunde will man nur ungern mit den eigenen Gedanken belasten, und wohlmeinende Ratschlage führen manchmal eher zu Verbitterung, als dass sie trösten.
Wo aber sollen Betroffene hin mit ihrer Trauer, ihrem Schmerz und oft auch ihrer Wut und dem Gefühl der Ungerechtigkeit? Wer in dieser Situation keine Möglichkeit findet, über seine Trauer zu sprechen, sie stattdessen im eigenen Inneren verschließt, gerät oft zunehmend in die Isolation und verliert den Kontakt zu Familie und Freunden.
Als Angebot für Menschen, die vom Verlust des Partners oder eines anderen geliebten Menschen betroffen sind, bietet die Lebensberatungsstelle in Langenhagen eine Trauergruppe an – bereits zum fünften Mal wird dieses Angebot in der Einrichtung realisiert. „Die Gruppe bietet trauernden Menschen einen geschützten Raum, in dem sie ihre Trauer und die Auswirkungen auf den Alltag mit anderen Menschen in gleicher Situation teilen können“, sagt Diplom-Psychologe Bernd Buchholz, der die Gruppe leitet. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Todesfall oder auch mehrere Todesfälle erst kurze Zeit oder bereits mehrere Jahre zurückliegen.
Bernd Buchholz wird verschiedene Impulse in die Gruppe geben: Wie bewahre ich den geliebten Menschen im Herzen und gewinne gleichzeitig Abstand, um mein Leben weiterleben zu konnen? Wo kann es für mich persönlich Lichtblicke geben? Wie äußern sich die verschiedenen Phasen der Trauer? Und trauern eigentlich alle Menschen auf die gleiche Weise?
„An den bisherigen Gruppen haben Frauen und Männer ganz unterschiedlicher Altersgruppen teilgenommen“, erzählt Bernd Buchholz. Für fast alle von ihnen war es eine Hilfe, den Weg ihrer Trauer ein halbes Jahr lang mit anderen gehen zu konnen, dennoch muss sich niemand verpflichten, von Anfang bis Ende in der Gruppe zu bleiben.
Die Trauergruppe kommt am Montag, 1. Oktober, erstmals in den Räumen der Lebensberatungsstelle an der Ostpassage 11 zusammen. Geplant sind zehn Gruppenabende, die im 14-tägigen Rhythmus jeweils montags von 18.15 bis 20 Uhr stattfinden. Die Gruppengröße betragt maximal acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Pro Abend wird ein Kostenbeitrag von zehn Euro erbeten, eine Ermäßigung ist möglich. Interessierte können sich unter der Telefonnummer (0511) 72 38 04 an die Lebensberatungsstelle wenden (montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 16 Uhr); hier gibt es weitere Informationen zu der Trauergruppe.