Weichen für viele Millionen Euro gestellt

Ende der maroden Schulgebäude zieht sich lange hin

Langenhagen (gg). Drei Schulen sollen so schnell wie möglich saniert, teilweise abgerissen und neu gebaut werden. Nachdem im vergangenen Herbst der Rat die Standort-Aufteilung an der Konrad-Adenauer-Straße beschloss, wurde erneut ein Raumbedarf in Abstimmung mit den Schulleitungen errechnet. Expertenwissen zum Gymnasium, zur IGS und zur IGS-Süd vermittelte Constrata-Projektplaner Jens Kerkow, der auch schon die Steuerung des Badneubaus leistet, in der jüngsten Sitzung des „Technischen Schulbauausschusses“. Angeklungen sind am Ende Summen, die im kleinen Langenhagen astronomisch klingen. Die Botschaft „68 Millionen Euro für den Neubau des Gymnasiums (Standort Theodor-Heuss-Straße, südlicher Bult-Parkplatz)“ löste unter den Ausschussmitgliedern betretendes Schweigen aus. „Fühlen Sie sich erschlagen?“, fragte Jens Kerkow mitfühlend in die Runde, denn die Verantwortung für Investitionen in dieser Größenordnung lastet im ersten Schritt auf den Ratsmitgliedern. Ihr Ja oder Nein ist der erste Schritt, ohne den nichts beginnen kann. Soll im zweiten Schritt im Auftrag der Stadtverwaltung gebaut werden, greifen rechtliche Bestimmungen zur Vergabe von Aufträgen, die erhebliche Fristen vorgeben. Zehn Monate werden vergehen, bis ein europaweit gesuchtes Planungsteam die Arbeit aufnehmen wird. Gebaut wird dann frühestens Mitte 2019. Seit 2015 gibt es nach der Schließung von Gebäudeteilen provisorische Unterrichtsräume in Container-Reihen, die auf Pausenhöfen stehen. Als Grund für die mehrfache Überarbeitung des Raumbedarfs, die bisher gelaufen ist, nannte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch die geänderte Schülerzahl. Beschult werden sollen die Jahrgänge im Gymnasium maximal siebenzügig. Im März 2016 sei der Raumbedarf auf einer Sechszügigkeit gerechnet worden. „Wir haben Kompensationen“, erklärte Jens Kerkow zur weiteren Optimierung. So wächst mit der Schülerzahl zwar der Klassenraumbedarf, nicht aber der Raumbedarf für den Hallensport oder den Fachunterricht. Das neue Gymnasium wird eine Bruttogrundfläche von 19.144 Quadratmeter haben. Die Sporthallen kommen noch hinzu mit einer Bruttogrundfläche von 4.685 Quadratmetern. Stadtbaurat Carsten Hettwer ergänzte gute Nachrichten zum Standort an sich. Verkäufer des Grundstücks (südlicher Bultparkplatz) ist die Stadt Hannover. „Die Inhalte der Vertragsgrundlagen für den Kauf sind heute abschließend abgestimmt worden“, sagte der Stadtbaurat und signalisierte, dass auch die Belange des Erbpachtnehmers (Hannoverscher Rennverein) geklärt seien. Knapp fünf Millionen Euro wird der Kauf des rund 55.000 Quadratmeter großen Areals kosten.
Abgerissen werden nach Auszug des Gymnasiums im Schulzentrum an der Konrad-Adenauer-Straße mehrere Trakte (A, B, C und H) sowie die Peko-Halle. Drei Trakte (E,F,G) werden saniert. Ein Raumprogramm ist kurz vor der Fertigstellung. Kosten- und Zeitrahmen nannte Jens Kerkow für die Sanierung der IGS daher noch nicht - ein hoher zweistelliger Millionenbereich ist anzunehmen.
Die Bestandsaufnahme für den Umbau und die Sanierung der IGS-Süd (Angerstraße) zeigt vor allem „beengte Verhältnisse“, so Beschreibung von Carsten Hettwer. Klar sei, dass die alte Turnhalle abgerissen werden muss. Genug Klassenräume sind in den bestehenden Gebäuden nicht unterzubringen, der Bedarf steigt zudem im Schuljahr 2018/19. Dann werden zusätzlich zu den bereits Aufgebauten weitere Container hingestellt.