Welche Wahrheit wiegt schwerer?

Ulrike Lodwig (links) und Michaela Allendorf spielen zwei der Frauenfiguren, Whita und Mieze, in dem Stück „Der Stein“.

TfN spielt „Der Stein“ im Theatersaal

Langenhagen. Mit dem Schauspiel „Der Stein“ von Marius von Mayenburg gastiert das Theater für Niedersachsen am Mittwoch, 9. Februar, ab 20 Uhr im Theatersaal an der Rathenaustraße. Vor Beginn der Vorstellung findet um 19.30 Uhr eine Einführung in das Stück statt.
„Der Stein“ ist im Wesentlichen die Geschichte eines Hauses in Dresden: Im Jahr 1935 kaufen Wolfgang und Witha Heising das Haus einer jüdischen Familie ab – unter zweifelhaften Umständen. Die neuen Eigentümer überstehen 1945 die Bombenangriffe in diesem Haus, doch Wolfgang stirbt bei Kriegsende während des Einmarsches der russischen Truppen. 1953 geht Witha mit ihrer jugendlichen Tochter Heidrun in den Westen. 1978 besuchen beide Frauen – Heidrun ist nun selbst schwanger – das Haus noch einmal. Drei Familien wohnen inzwischen hier – unter anderem die kleine Stefanie mit ihrem Großvater. 1993 schließlich nehmen drei Frauen aus drei Generationen – Großmutter Witha, ihre Tochter Heidrun und deren 15-jährige Tochter Hannah – das Haus wieder in Besitz.
Beim gemeinsamen Kaffeetrinken stört die nun erwachsene Stefanie und erhebt ihrerseits Anspruch auf das Haus. Doch wessen Wahrheit wiegt schwerer? Wie wahr ist die eigene Familiengeschichte wirklich? War Großvater Wolfgang wirklich ein Held? Und was hat es mit dem Pflasterstein auf sich, der im Garten vergraben ist und wie eine Reliquie verehrt wird?
Die Episoden des Stückes „Der Stein“ springen zwischen den Jharen zwischen 1935 und 1993 hin und her. Gespräche zwischen den Frauen verdeutlichen die Schwierigkeit, sich Fragen nach der Verantwortung für die Vergangenheit zu stellen und sich bewusst zu werden, dass die deutsche Geschichte – genau wie die eigene Familiengeschichte – ebenso unauslöschlich wie unverdrängbar ist.
„Der Stein“ wurde 2008 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. „Es geht nicht nur um das Motiv, sich mit absichtlich falschen Geschichtsinterpretationen Vorteile zu sichern, sondern vor allem um den Wunsch, emotional mit seiner Vergangenheit im Reinen zu sein“, sagt Marius von Mayenburg über sein Stück.
Karten für die Aufführung am 9. Februar im Theatersaal gibt es unter (0 51 21) 16 93-16 93 oder service@tfn-online.de sowie im TUI-ReiseCenter im CCL und beim Presseshop in der Markthalle zu Preisen zwischen elf und 28 Euro. Ein besonderes Angebot hält das Theater für Niedersachsen für Hartz-IV-Bezieher bereit: Sie bezahlen für ein Ticket nur 3,50 Euro.