Weniger Besucher und hohe Kosten

Stadtbibliothek in der Kritik

Langenhagen (ok). Abnehmende Besucherzahlen seit 2006, mehr als 50 Prozent Personalkosten, zehn Prozent Ausgaben für Medien – die Entwicklung der Stadtbibliothek gefällt Domenic Veltrup nicht. Die Eirichtung, für die im Moment auch noch immense Mietkosten in die Hand genommen, müsse unbedingt auf gesündere Füße gestellt werden. Veltrup rechnete in der jüngsten Ratssitzung vor: „800.000 Euro pro Jahr an Zuschuss bedeuten bei 5.000 Besuchern 160 Euro pro Nase.“ Da sei es vielleicht besser, jedem Bürger 160 Euro für Bücher in die Hand zu geben und die Bibliothek zu schließen, so Veltrup überspitzt. Für Marc Köhler ein schlechter, wenn auch nicht ernstgemeinter Witz. Viele Fachbücher kosteten deutlich mehr als 160 Euro, dann können noch nicht einmal ein Buch gekauft werden. Er machte in der jüngsten Ratssitzung noch einmal deutlich, dass die SPD die Stadtbibliothek mit der Bibliothek am Schulzentrum zusammenlegen wolle. Und Gudrun Mennecke (SPD) sagte, dass die Zahl der Nutzer so nicht stimme. Oft seien es Schulklassen oder Kindergärten, wo nur einer das Buch ausleihe, mehrere es aber lesen würden. Aus Sicht Jens Mommsens (BBL) müsse das Angebot gestrafft werden, bei elektronischen Medien dürfe nicht nachgelegt werden. Ein Kostendeckungsgrad von 4,8 Prozent sei einfach zu niedrig. Für Dirk Musfeldt (Grüne) ist Eindampfen keine Option: Bundesweit gebe es Vorzeigebibliotheken, gerade im digitalen Bereich. Jetzt soll aber erst einmal auf der Grundlage der Zahlen von 2016 weiterdiskutiert werden. Bisher ging es nur um 2015.