Wenn Computer einfach nutzlos herumstehen

st sauer über die PCs, die seit einem Jahr nicht benutzt werden: Schulleiterin Ursula Starker.Foto: O. Krebs (Foto: O. Krebs)

Kinder müssen Streit zwischen Kaltenweider Schulleiterin und Stadt ausbaden

Kaltenweide (ok). Alle sollten mal ihre Animositäten beiseite lassen, die Leidtragenden seien schließlich die Schüler. Uwe Gülke, Vorsitzender des Stadtlelternrates, appelliert bei allen Beteiligten an die Vernunft, denkt an einen runden Tisch. Und an dem sollen dann Ursula Starker, Schulleiterin der Grundschule Kaltenweide und Bürgermeister Mirko Heuer als Vertreter der Stadt Langenhagen auf der anderen Seite sitzen. Zwischen der Kommune und der Schulleitung ist ein heftiger Streit entbrannt mit der Konsequenz, dass nach Angaben Ursula Starkers18 nagelneue PCs seit sage und schreibe einem Jahr herumstehen und nicht genutzt werden. Stadtsprecherin Juliane Stahl widerspricht: „Zusammenfassend kann man zu dem Fall sagen, dass die PCs nicht seit einem Jahr in der Schule stehen, sondern erst seit sechs Monaten; vor einem Jahr ist lediglich der Bedarf angemeldet worden. Im vergangenen halben Jahr konnten keine Termine gefunden werden, die ausreichend Zeit geboten hätten, um die Arbeiten durchzuführen. Bei der Erledigung anderer offener Tickets – einem Arbeitsauftrag an die Verwaltung – wurden die Mitarbeiter des Teams IT mehrfach zwischen 14.45 und 15 Uhr gebeten, ihre Arbeiten abzubrechen, da man seitens der Schule Feierabend machen wolle. Aufgrund des Umstandes, dass mit den Arbeiten erst nach Unterrichtsschluss begonnen werden konnte, ergab sich immer nur ein Zeitfenster von etwa 45 Minuten. Bis die oben genannten Arbeiten mit einem Zeitumfang von 40 Stunden in diesen 45-Minuten-Fenstern erledigt worden wären, wären mehrere Wochen vergangen. Diese Vorgehensweise wäre sehr ineffizient gewesen, da jedes Mal etwa 30 Minuten Fahrtzeit hinzukommen wären und der Einsatz von Fernwartungstools ebenfalls untersagt wurde. In dieser Zeit hätten alle anderen Schulen deutlich schlechteren Support erhalten. Alternativen zur Nutzung der Sommer- oder Herbstferien wurden abgelehnt. Zusätzlich wurde dem Team IT das Fehlen der benötigten Möbel zu spät gemeldet, der unbeaufsichtigte Zutritt untersagt und die Auslieferung der PCs gestoppt, bis die Software TeamViewer entfernt wurde.“
Die Situation scheint vertrackt; es geht im Wesentlichen um ein Wortungetüm, dass sich Auftragsdatenverarbeitungsvertrag nennt. Den hat Ursula Starker aus Gründen der Datensicherheit gefordert – nach Darstellung Heuers als einzige Schulleiterin der Grundschulen in Langenhagen, alle Anderen seien mit einer Standardvereinbarung einverstanden gewesen. Ursula Starker war mit der Version der Stadt aber nicht einverstanden, hat sie zur Prüfung und Überarbeitung der Landesschulbehörde vorgelegt. Die Änderungen müssen ihrer Meinung nach noch von der Stadt Langenhagen eingepflegt werden. Zum Thema Datenschutz: Starker lehnt das Fernwartungsprogramm Teamviewer ab, ist überzeugt davon, dass ihr nach Löschung einer sichtbaren Fassung einen so genannte Shadow-Version, also eine nicht sichbare, auf den Rechner gespielt worden ist. Heuer negiert das. Das Team IT habe technisch nicht die Möglichkeit ohne ein Starten des TeamViewers, Software von Ferne zu installieren. Ebenfalls stünden keine Systeme für eine automatische Softwareverteilung innerhalb der Grundschule zur Verfügung, die eine automatische Installation (Shadow-Version) des TeamViewers ermöglichen. Die Stadtverwaltung wiederum gibt auch zu bedenken, dass es mindestens eine Woche dauern würde, die Computer für die Kinder zu installieren, anzuschließen und startklar zu machen. Gleichzeitig dürften sie aber nur arbeiten, wenn jemand dabei ist, der der Schule angehört. Weitere Kritikpunkte: Der Computer der Konrektorin habe kein Word-Update, Briefe müsse sie von zu Hause schreiben und an die Schule schicken. Und auf dem frei zugänglichen PC könnten die Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule keine Zeugnisse drucken. Alles müsse vom Computer der Rektorin aus geschehen. Auch die langsame Internetleitung breche regelmäßig zusammen. Starker habe schon mehrere so genannte Tickets mit der Bitte um Abhilfe bei der Stadt gezogen. „Es kam keine Reaktion“, so die Schulleiterin. Dazu die Stadtverwaltung: „Die Windows Updates auf allen Schulrechner installieren sich automatisch. Sollte versehentlich ein Update für das System bei der Auslieferung fehlen, werden diese automatisch während des Betriebes nachinstalliert.
Das Office Paket ist auf dem Rechner installiert, lediglich die Aktivierung des Office Pakets ist fehlgeschlagen. Der Laptop im Lehrerzimmer wurde am 24. August eingerichtet. Dem Team IT liegen derzeit keine offenen Tickets zu Störungen dieses Druckers vor.“
Das Tischtuch zwischen Stadtverwaltung und Kaltenweider Grundschule ist zum Nachteil der Schüler offensichtlich zerschnitten.


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