Wenn der eigene Akku leer ist

Benjamin Kusch (rechts) stellte den Bericht zusammen miit Michael Neubauer, Chefarzt an der Paracelsus-Klinik, vor. (Foto: O. Krebs)

DAK-Gesundheitsreport untersucht intensiv Schlafstörungen

Langenhagen (ok). Muskel-Skelett-Erkrankungen und Rückenschmerzen sind in zunehmenden Maße ein Problem in unserer bewegungsarmen Gesellschaft. Der jüngste Gesundheitsreport der DAK zeigt, dass der Bewegungsapparat Ursache für die meisten Ausfalltage ist. Auch die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen wie Depressionen nahmen um fünf Prozent zu. Atemwegserkrankungen gehen dagegen um zwölf Prozent zurück. Überhaupt haben Langenhagen und Umgebung im vergangenen Jahr mit 3,7 Prozent einen niedrigeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (3,9 Prozent) verzeichnet. „Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand in der Region Langenhagen, sondern schauen darüber hinaus auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen“, sagt Benjamin Kusch von der DAK-Gesundheit. 2Diese Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. So wird beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt.“
„Schlafstörungen“ ist ein Schwerpunktthema im neuesten Report. Die Ergebnisse wurden mit einer Studie aus dem Jahre 2010 verglichen. Ein Fazit: 81,9 Prozent der Erwerbstätigen in Niedersachsen berichten laut Studie von Schlafstörungen. Seit 2010 ist der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 89 Prozent gestiegen. Schwere Schlafstörungen haben seit 2010 um 32 Prozent zugenommen. Jeder zwölfte Arbeitnehmer (8,3 Prozent) in Niedersachsen leidet unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Dieser Trend wirkt sich auch bei den Krankmeldungen aus. Die Fehltage auf Grund von Schlafstörungen stiegen um 108 Prozent auf jetzt 3,48 Fehltage je 100 Versicherte. Allerdings gehen lediglich fünf Prozent in Niedersachsen wegen Insomnien nicht zum Arzt; selbst bei Erwerbstätigen mit einer schweren Schlafstörung lassen sich 70 Prozent von ihnen nicht behandeln. Ursachen für Schlafprobleme sind zum Beispiel Arbeitsbedingungen, etwa Nachtschichten, Termin- und Leistungsdruck, Überstunden und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend. Filme und Fernsehen, Computer und Smartphone sind vor dem Einschlafen auch Gift für Körper und Seele. „Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, sagt Benjamin Kusch.
Als Reaktion auf die Studie bietet die Krankenkasse jetzt eine Hotline zum Thema Schlafstörungen unter der Telefonnummer (040) 3 25 32 58 05 an.