„Wenn der weiße Flieder wieder blüht“

Ein volles Haus ist bei Veranstaltungen mit Ernst Müller schon Standard. (Foto: K. Raap)

Ausverkauftes Frühlingskonzert der AWO mit Blas- und Zupfmusik

Langenhagen (kr). Nun schon zum 14. Mal übernahm Ernst Müller die musikalische Leitung des traditionellen Sonntagskonzerts der AWO-Region Hannover, das unter dem Motto „Frühlingsmelodien“ lief. Und wieder war die vom Langenhagener Echo gesponserte Veranstaltung im Forum ausverkauft, und die Besucher verließen den Saal nach zweieinhalb Stunden bestens gelaunt. Unterstützt wurde Ernst Müller von zwei weiteren Dirigenten: Rolf Quedenbaum und Michael Körbis wechselten sich in der Leitung des Langenhagener Zupforchesters ab, das zum ersten Mal mit von der Partie war. Nicht fehlen durfte als Gastsolist Geiger Charly Neumann, der längst über eine weitverzweigte Fan-Gemeinde verfügt.
Den Zuhörern präsentierte Ernst Müller mit dem „Hausorchester seiner Königlichen Hoheit des Prinzen von Hannover“ ein schwungvolles Programm mit genau den Melodien, die der Erwartungshaltung der Zuhörer entsprach. Das Potpourri „Souvenirs der 50er Jahre“ ließ mit Titeln wie „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ und „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ viele alte Erinnerungen aufkommen. Zum Veranstaltungsmotto passte auch die Melodie „Frühling in San Remo“ aus Fred Raymonds Operette „Maske in Blau“. Immer wieder gerne gehört werden Kompositionen von Franz von Suppé und die aus Frederick Loewes Meisterwerk „My Fair Lady“. Dieses Musical lief nach der Uraufführung im Jahr 1956 über sechs Jahre am Broadway in New York mit 2717 Aufführungen. Dauerbrenner sind auch die „Brikettpolka“, der „Fehrbelliner Reitermarsch“, „Das Niedersachsenlied“ und der Marsch „Zum Städtele hinaus“. Das Wort „Schrammelmusik“ hat zu Unrecht einen negativen Beigeschmack, denn es handelt sich um eine für Wien typische Volksmusikgattung, initiiert im 19. Jahrhundert durch die Geiger und Komponisten Johann und Josef Schrammel. Und von denen interpretierte Charly Neumann den bekannten Marsch „Wien bleibt Wien“. Außerdem konnte sich das Publikum über Neumanns Bravourstück „Die Lerche“ freuen.
Ein interessantes Kontrastprogramm steuerte das Langenhagener Zupforchester bei. Das Ensemble nutzte seinen Auftritt für eine öffentliche Generalprobe, denn am kommenden Wochenende nimmt es an einem Bundeswettbewerb in Jülich teil. Die beiden Wettbewerbsbeiträge, ein zeitgenössisches Divertimento und die „Andalusische Serenade“, stellte Michael Körbis mit dem sehr gut vorbereiteten Orchester vor. Rolf Quedenbaum, der seit einem halben Jahrhundert am Pult steht, animierte viele Besucher zum Mitsummen, als unter seiner Leitung so beliebte Melodien wie die Barkarole, ursprünglich ein venezianisches Gondellied, und der berühmte französische Cancan des Komponisten Jaques Offenbach erklangen.