"Wenn die Liebe endet"

Christina Mundlos ermutigt zum Nachdenken über die Partnerschaft. (Foto: Archiv G. Gosewisch)

Partnerschaft braucht konkrete Sätze

Langenhagen (gg). Das Donnerwetter wirkt nach: Beim VHS-Frauenkulturfest haben Helma Sick (Betriebswirtin) und Renate Schmidt (frühere Bundes-Familienministerin) aus ihrem gemeinsamen Buch vorgelesen und nicht mit Kritik an der Haltung vieler Frauen gespart. „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“, so ihre Mahnung. Es sei die Aufgabe der Frauen, ihre Interessen zu wahren und dafür einzustehen und empfahlen, rechtzeitig klare Vereinbarungen auf Papier zu bringen. Schon beim Beziehen einer gemeinsamen Wohnung, auch ohne Trauschein, könnten wirtschaftliche Abhängigkeiten entstehen. Dringend empfohlen sei daher ein Partnerschaftsvertrag, der in Bayern bei den Gleichstellungsbeauftragten zu bekommen sei. Für Langenhagen ist Christina Mundlos in diesem Amt. Im Gespräch mit dem ECHO schließt sie sich der Empfehlung der Autorinnen an. Allerdings sei ihr kein vorgefertigtes Vertragsformular bekannt. Sie bietet persönliche Beratungen an. „Die individuelle Situation und die Lebensziele können sehr unterschiedlich sein“, erklärt sie und empfiehlt eine Rechtsberatung, die sie dann vermitteln würde. Ein gemeinsames Ziel für die Partnerschaft in Worte zu fassen und zu Papier zu bringen, hält sie für sinnvoll, auch wenn die Rechtswirksamkeit sicherlich ungewiss sei. Aber „eine moralische Verpflichtung“ leite sich daraus sicherlich ab, erst recht ein moralisches Bewusstsein. „Todunglückliche Frauen waren schon bei mir“, sagt Christina Mundlos. Insbesondere nach dem Ausstieg aus dem Beruf zugunsten der Kinderbetreuung käme das böse Erwachen, wenn empfindliche finanzielle Einbußen spürbar werden. Dass das Aufschreiben und Vereinbarungen womöglich nicht besonders romantisch ist, lässt Christina Mundlos nicht gelten. Sie fragt: „Ist eine echte Absicherung nicht ein Liebesbeweis?“ Sie empfiehlt bei der Formulierung der partnerschaftlichen Vereinbarungen sehr konkret zu werden. Und wer sich nicht traut, ein vermeintlich unangenehmes Thema anzusprechen sollte sich fragen, warum das wichtig ist. Die Gleichstellungsbeauftragte weiß die Antwort: „Auch wenn die Liebe einmal endet, soll der Respekt erhalten bleiben.“