Wenn die Vögel fröhlich zwitschern

32 Personen von Jung bis Alt beobachteten und horchten. Foto: A. Lindthaler

Ornithologischer Morgenspaziergang

Langenhagen. Auch gute Kenner der Vogelwelt brauchen zum Frühlingsanfang meist Übungszeit, um sich in das Gezwitscher hineinzuhören und die Feinheiten zur Unterscheidung mancher Vogelarten zu erkennen. Nicht gemeint sind die „einfachen“ Gesänge, aber sind Sie sicher, ob da nun Mönchsgrasmücke oder Gartengrasmücke singt? Können Sie die Blaumeise von der Tannenmeise oder Sumpfmeise unterscheiden?
Auch an diesem ersten Maiwochenende fand – wie immer in den letzten Jahren – der ornithologische Morgenspaziergang der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen NVL statt, wieder unter fachkundiger Führung von Gerd Garnatz, Leiter des Forstbetriebs Hannover, und Dieter Ullrich von NVL und BUND.
32 Teilnehmer hatten sich vor dem Wasserturm im Eichenpark eingefunden. Strahlender Sonnenschein weckte Erwartungen auf viele Vogelbeobachtungen und -stimmen.
Gleich zu Beginn zogen die Saatkrähen in der Nähe des Turms das Interesse auf sich, mit ihrem Spektakeln und Gekrächze beim Bau ihrer Brutkolonie nicht zu überhören, und es ergab sich die Frage nach der Unterscheidung zu den Rabenkrähen und Dohlen, alle gleichzeitig im Park zu beobachten. Diesmal ging es weniger um die Stimmen als vielmehr um das Verhalten: Wer ist nun Koloniebrüter, wer brütet lieber allein, wer wird als Schädling eingestuft, wer als nützlich? Die Saatkrähen sind von den Landwirten gern gesehen, weil sie die Ackerkrume nach Engerlingen, Drahtwürmern und anderen Wirbellosen absuchen und damit den Boden von allerlei „Ungeziefer“ freihalten, das der Saat schaden könnte. Wegen ihres Lärms am Nest werden sie trotzdem vielfach gehasst und vertrieben, aber heute gehören sie zu den streng geschützten Rabenvögeln.
Auffällig war, dass im vorderen Bereich des Eichenparks hauptsächlich die Arten festzustellen waren, die sich an den menschlichen Betrieb gewöhnt haben, hingegen sind viele der Vogelarten mit hoher Fluchtdistanz und vor allem Bodenbrüter erst im Stadtwald und im Buschwerk hinter der Kläranlage zu finden, von wo aus auch zwei Nachtigallen ihren Gesang ertönen ließen. Das absolute Highlight war der Kleinspecht, zwar nur so groß wie ein Spatz, aber sein Balztrommeln auf einem trockenen resonanzreichen Ast hörte man schon von Weitem.
Wenn auch die Zahl der beobachteten Vogelarten von Jahr zu Jahr leicht schwankt, auch abhängig von der Witterung, Jahreszeit und Belaubung, so konnten am Ende doch wieder 37 Arten gezählt werden.
Der Vormittag endete mit dem traditionellen Frühstück im Wasserturm, das Kirschnings von der NVL vorbereitet hatten, und nach dem Frischluftaufenthalt und bei gutem Appetit wurden von unseren kompetenten Leitern des Rundgangs noch nebenher viele offene Fragen beantwortet. Auch die Gesänge der verschiedenen Vögel konnten alle von einer Tonkassette noch einmal anhören und „verinnerlichen“.