„Wenn doch noch alles gut wird“

Beim Treffen der Tagesmütter (hinten von links): Birgit Andre, Astrid Steding und Anett Wrigge. (Foto: G. Gosewisch)

Städtische Tagesmütter im Dienst für Eltern und Kleinkinder

Langenhagen (gg). Hoch angespannt, nahezu panisch, verläuft unter manchen Eltern die Suche nach einem Krippenplatz für ihre Kinder, wenn der Einstieg in den Job nach der Erziehungszeit bevorsteht. Astrid Steding vom zuständigen Fachdienst Tagespflege bestätigt: „Wenn Eltern nach freien Plätzen fragen, erlebe ich oft genau diese Situation. Die Eltern haben nur den Rechtsanspruch im Kopf und wollen sofort eine sichere Zusage für irgendeinen Betreuungsplatz.“ Orientierung, was möglich ist, fehle dann noch. „Verständnis kommt durch Verstehen“, meint Astrid Steding. So bemühen sich die Fachdienst-Mitarbeiter, die Situation und die Machbarkeit in Sachen Betreuung aufzuzeigen. Die schlichte Tatsache, dass die verschiedenen Kindertageseinrichtungen keine freien Plätze und eine lange Warteliste haben, sei nicht das Ende der Betreuungssuche. Denn genau an dieser Stelle setzt die städtische Kindertagespflege an. „Wer nachweisen kann, dass er keinen Platz bekommen hat, trotzdem er sich rechtzeitig darum bemüht hat, bekommt bei uns Alternativen aufgezeigt, und dann erlebe ich oft, dass die Eltern dankbar und zufrieden sind, wenn individuell passende Lösungen gefunden werden“, erklärt die Koordinatorin. Es gehe darum, die Eltern zu sensibilisieren. Wichtig sei, für Kind und Eltern gute Lösungen zu finden und nicht darum, irgendeine Lösung zu finden. “Nur so kann Betreuung gelingen. Ein gutes Aussuchen ist sehr wichtig“, sagt Birgit Andre, Tagesmutter im Dienst der Stadt. „Ein Kind ist wie ein Seismograph der Eltern. Nur wenn Vertrauen gewachsen ist, wird alles gut, und die Betreuung der Kinder kann gelingen.“ Tagesmutter Anett Wrigge ergänzt: „Jedes Kind ist in seiner Persönlichkeit anders, nichts ist vorhersehbar. Schüchterne blühen in der Gruppe der Tageskinder unerwartet auf. Vermeintlich einfache Charaktere brauchen unter Umständen eine lange Eingewöhnungszeit. Jedes Kind braucht individuelle Fürsorge.“
Die 15 Tagesmütter in Langenhagen erfüllen einen breit aufgestellten Anforderungskatalog. Sie haben einen Qualifizierungs-Kursus (Umfang rund 160 Ausbildungsstunden), eine Hygiene- und eine Erste-Hilfe-Schulung absolviert, haben ein tadelloses Führungszeugnis und ein ärztliches Attest. Ihre häusliche Einrichtung wurde auf Tauglichkeit überprüft; bis zu fünf Kinder unter drei Jahren betreuen sie in ihrer Gruppe von circa 7.30 bis 16 Uhr. In diesem Jahr passte die Stadtverwaltung erstmalig seit Einführung des Tagesmütter-Modells vor gut 20 Jahren die Vergütung an, nachdem im vergangenen Frühjahr festgestellt wurde, dass sich teilweise Stundenlöhne von unter fünf Euro ergeben haben. Inzwischen sind die Tagesmütter Beschäftigte der Stadt mit Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst. Kai Bublitz vom zuständigen Fachdienst erklärt: "Seit die Stadt Langenhagen örtlicher Jugendhilfeträger geworden ist, gibt es nicht mehr das Tagesmütterprojekt, sondern es wird die gesetzliche Kindertagespflege umgesetzt, zu diesem Zeitpunkt ist das Tagesmütterprojekt ausgelaufen. Bezüglich der Vergütung ist festzustellen, dass die Tagespflegepersonen keine Honorarverträge hatten, sondern auch bisher bei der Stadt angestellt waren. Die Arbeitsverträge waren jedoch angepasst an die Kinderzahl und die Betreuungszeiträume, somit immer auch befristet. Nun haben die Tagespflegepersonen einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst."