Wer leiht sich noch Bücher?

Stadtbibliothek braucht 800.000 Euro

Langenhagen (gg). Die Stadtbibliothek braucht mehr Geld, ein Trend seit zehn Jahren, so der aktuell veröffentlichte Bericht zur Betriebsabrechnung 2015. Mit rund 800.000 Euro Betriebskosten pro Jahr gönnt die Stadtverwaltung den Bürgern einen Zugang zu Büchern und Medien allgemein (CD, Spiele und weitere) in den großzügigen Räumen an der Schützenstraße (Ecke Konrad-Adenauer-Straße), doch nur 5.448 Nutzer sind registriert und nur 2.072 Nutzer zahlen Gebühren, andere sind befreit. Langenhagen hat rund 52.000 Einwohner. Bei 1.624 Öffnungsstunden im Jahr liegen die Gesamtkosten bei 518 Euro und der Zuschussbedarf bei 493 Euro pro Stunde. Wenn nicht nur die reinen Öffnungszeiten, sondern die Betriebsstunden von 2.362 zugrunde gelegt werden, liegt der Zuschussbedarf bei 339 Euro und die Gesamtkosten bei 356 Euro pro Stunde.
Jedes Jahr rund einhundert Nutzer weniger, jedes Jahr eine Kostensteigerung um rund zwei Prozent. Wohin soll das führen? Im Fazit erklärt die Stadtverwaltung: „Wie bereits im Bericht 2014 hingewiesen, ist neben der Attraktivitätssteigerung durch die Medienerneuerungsquote auch am Marketing der Stadtbibliothek zu arbeiten.“ So soll der Ausbau der NBib24 auch zukünftig gefördert werden, um dem Trend elektronische Medien zu nutzen, mitzugehen. „Die Steigerung der NBib24- Ausleihen zeigt, dass in diesem Bereich die Nachfrage vorhanden ist und das Angebot der Stadtbibliothek genutzt wird“.
Positiv für die Stadtbibliothek wird im Betriebsbericht die steigende Zahl von Ehrenamtlichen gewertet, die in der Flüchtlingshilfe mit ihren Lernenden zum Lesen kommen: „Ausdruck hierfür sind unter anderem gezielt erforderliche Anschaffungen von Medien aller Art sowie Einrichtungen von Internet-Lernplätzen zum Selbstlernen der deutschen Sprache.“ Von einer Erhöhung der Gebühren wird abgeraten. Zwar sei durch den Rückgang der gebührenzahlenden Nutzer die Einnahmen gesunken. Herauszuheben sei aber, dass eine Gebührenerhöhung zum einen, wie in 2013, erneut zu einem Rückgang der Nutzerzahlen führen könne und darüber hinaus eine annähernd kostendeckende Gebührenerhöhung zu unrealistisch hohen Leseentgelten führen würde. Daher bewirkt eine angemessene Gebührenerhöhung lediglich eine geringe Steigerung des Kostendeckungsgrades und würde das Betriebsergebnis nur unwesentlich verbessern. Auch sei es schwierig, die Kostenseite zu verringern, da es sich hauptsächlich um fixe Kosten wie Personal- oder Mietkosten handele.
Politisch diskutiert wird der Bericht zur Betriebsabrechnung der Stadtbibliothek am Donnerstag, 27. Oktober, um 17.45 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1, in der Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses.