Wertschätzung und Respekt fehlt

Zum Artikel "Wird wie mit Vieh umgegangen" erreichte uns folgender Leserbrief: "Die letzte Ratssitzung am 7. März hat wieder einmal gezeigt, welchen Weg Politik gnadenlos geht. Ganztagsschule durchsetzen, Horte hingegen? - ein Auslaufmodell.
Als Initiatorin der seinerzeitigen Elterninitiative zur Schaffung von Hortplätzen in Kaltenweide war ich natürlich froh, dass vor zehn Jahren immerhin 40 Kinder, wenn auch in Containern, endlich einen Platz fanden. Doch: Ebenfalls seit nunmehr zehn Jahren werden Eltern und Pädagogen mit Übergangslösungen vertröstet, seit nunmehr zehn Jahren sind in Kaltenweide die Hortkinder nur in Containern untergebracht, trotzdem immer wieder anderes versprochen wurde. Nun endlich sollte das versprochene und hart erkämpfte Kinderhaus Abhilfe schaffen. Mit diesem Ziel vor Augen leisten die Pädagogen weiterhin tapfer wertvolle pädagogische Arbeit unter erschwerten Bedingungen.
Der Hort ist der Ort, an dem Kinder mehr Zeit verbringen als in der Schule, an dem sie verlässliche Bindungspartner finden, wo sie Ruhe brauchen für ihre Hausaufgaben, ihren Interessen nachgehen, Bewegung bekommen und in den Ferien ganztags begleitet werden.
Wo bleibt hier die Wertschätzung für die Pädagogen, die engagiert und mit dem Ort verbunden, so lange durchhalten? Wo bleibt der Respekt gegenüber den Eltern und wo die Verantwortung für die Kinder?
Werte wie Verlässlichkeit und Ehrlichkeit erleben wir derzeit nicht in Kaltenweide.
Die Hortgruppen weiter in Containern zu belassen und das langjährige Ziel 'Kinderhaus' wegzunehmen, unterstreicht nur das politische Ziel – abgesehen davon, dass zu befürchten steht, dass ohne die Perspektive des Umzugs auch die Genehmigung für den in den Containern untergebrachten Hort durch die Landesschulbehörde widerrufen wird. Das kommt Rot/Grün sicherlich sehr zupass, auch wenn hiervon vor den Kommunalwahlen natürlich möglichst nichts nach außen dringen soll.
Und wer bitte soll da noch an die neue Idee glauben, dass für 2019/20 ein Hortgebäude entstehen soll? In Kaltenweide ist das Vertrauen nur noch minimal.
Da kann man als Elternteil schon mal wutentbrannt Vergleiche ziehen.
Bleibt zu hoffen, dass nicht alle Politiker ihren ehedem gefassten Beschluss zurückziehen, dass das Kinderhaus von beiden Institutionen 'Hort und Schule' genutzt werden kann und soll."

Kerstin Kelm, Hainhaus