Wichtige Wurzeln fehlen

Baumaschinen haben Spuren an den Wurzeln hinterlassen.

Kann Baum-Chirurgie Platanen am Schulzentrum retten?

Langenhagen (gg). Es gibt Eingriffe, die die Natur nicht verzeiht: werden einem Baum die wichtigsten Wurzeln abgehackt, wird er umfallen, das ist eine Binsenweisheit.
Nun hat Stadtbaurat Carsten Hettwer in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs- und Umweltausschusses zu den vier Platanen im Innenhof des Schulzentrums (Haupteinang Gymnasium hinter den Neubau) mitgeteilt, dass eine externe Baumgutachterin damit beauftragt wurde, die Verkehrssicherheit (Standfestigkeit) zu überprüfen. Das Ergebnis sei, dass für zwei der vier Plantanen keine Verkehrssicherheit mehr gegeben ist. Sie müssen auf jedem Fall gefällt werden. An einer Platane müssen umfangreiche baumchirurgische Maßnahmen erfolgen, um sie noch zu retten. „Das ärgert mich, ich möchte die Bäume auf jeden Fall erhalten“, so die Information des Stadtbaurats in der Sitzung. Dem Prinzip „Bäume erhalten“ stimmten die Ausschuss-Mitglieder einstimmig spontan zu, Jens Mommsen (BBL) regte sogar an, dass es durchaus Sinn machen könne, ein weiteres Gutachten einzuholen. „Das habe ich auch schon überlegt“, sagte Hettwer und weiter, „zudem gibt es die Möglichkeit einen speziellen Zugfestigkeitstest zu machen, der ist aus Termingründen der ausgebuchten Fachfirmen aber erst im November möglich.“ In jedem Fall vierstellig seien die Kosten, die dafür bereits aufgelaufen sind und noch auflaufen werden.
Ein aktueller Blick auf den Innenhof offenbart, dass den Platanen die Wurzeln ringsum ab einem Radius von etwa drei Metern und dort bis in eine Tiefe von etwa einem halben Meter fehlen. Baumaschinen haben auf den darunter liegenden Wurzeln Druck hinterlassen. Diese Information wurde in der Sitzung nicht weitergegeben.
„Bei früheren Baumaßnahmen wurden die wichtigsten Wurzeln geschädigt, das ist bei dieser Baumaßnahme nun aufgefunden worden. Auch verfaulte Wurzeln wurden freigelegt. Hätte man vor 20 Jahre größere Bereiche um die Bäume zum Schutz frei gelassen, würden die Platanen jetzt vielleicht besser da stehen“, erklärt Carsten Hettwer auf Anfrage des ECHOS und ergänzt, dass man mit dem Plan, die Platanen erhalten zu wollen, durchaus ein Risiko eingegangen sei, denn man konnte nicht wissen, welchen Zustand der Wurzelbereich hat.