„Wie ein 54.000-Teile-Puzzle“

Denkt in Prozessen und Projekten: Ralph Gureck, Abteilungsleiter für Marketing und Kommunikation bei der Langenhagener Stadtverwaltung. (Foto: O. Krebs)

Für Abteilungsleiter Ralph Gureck steht der Mensch beim Marketing im Mittelpunkt

Langenhagen (ok). Er denkt in Prozessen, nicht in Aufgaben – Ralph Gureck, neuer Leiter der städtischen Abteilung Kommunikation, hat nun, vier Monate nach Dienstantritt, seine Ideen vorgestellt. Stadtmarketing – eine Aufgabe, die originär gar nicht in seiner Stellenbeschreibung stehe, ist für ihn eine fortlaufende Entwicklung, für die es keinen zeitlichen Rahmen gibt. Es basiere auf den fünf Säulen Standort-, Tourismus-, Veranstaltungs-, City- und Verwaltungs-Marketing. „Wir starten mit dem Verwaltungs-Marketing, das Bürger und Politik, also den öffentlichen Bereich, anspricht“, erläutert Ralph Gureck sein Konzept. Wichtig sei auch ein Leitbild für die Stadt, das nicht von heute auf morgen entstehe und dann und wann auch überarbeitet werden müsse. Ralph Gureck zieht einen Vergleich: „Langenhagen ist wie ein 54.000-Teile-Puzzle, und Kaltenweide beispielsweise wie ein 7.800-Teile-Puzzle.“ Jetzt gelte es, viele kleine Puzzle zu einem großen Puzzle zusammenzusetzen. Es brauche Bürger, die mitmachen und an einem Strang ziehen. „Und es kann nur funktionieren, wenn man es zusammen macht“, sagt Ralph Gureck. Bürgermeister Mirko Heuer ergänzt: „Einfach etwas aus der Schublade rausziehen funktioniert nicht.“ Schwerpunkte müssten gesetzt werden – so sei City-Marketing wahrscheinlich erst einmal sinnvoller, als Tourismus. Ralph Gureck will Netzwerke im Auge behalten; seine These: „Im Mittelpunkt steht immer der Mensch.“ Auch bei der Ansiedlung von Unternehmen. Wichtig sei es, lokale Akteure vor Ort zu binden und ihr Engagement zu stärken. Was konkret das sein soll, ließ er offen. Ob die Akteure solches Ansinnen brauchen oder damit etwas anfangen können, ebenso. Seine Abteilung will Ralph Gureck vergrößern: Geplant ist es, zwei zusätzliche Stellen zu schaffen, die von der Politik noch abgesegnet werden müssen. Ein Ehrenamtskoordinator Familien und ein Marketingmanager in Sachen Direkt- und Dialogmarketing sowie soziale Medien. Jetzt muss Ralph Gureck dafür die Werbetrommel im Rat rühren, denn zusätzliche Stellen kosten bekanntlich Geld, das im Haushalt eingestellt werden muss. Dem Vernehmen nach sind die Signale der Ratsmitglieder sehr kritisch: Worthülsen reichen nicht. Ehrenamtliche brauchen keinen Aufpasser. Sie engagieren sich unentgeltlich, Ralph Gureck nicht. Im Klartext: Konkretes muss her, die Politiker wollen Leistungen sehen.