Wie funktioniert Stadtbildpflege?

Stadtbaurat Carsten Hettwer gab den Anliegern in der Versammlung viele Informationen zur geplanten Sanierungsmaßnahme. (Foto: G. Gosewisch)

Bereich Walsroder Straße wird Sanierungsgebiet

Langenhagen (gg). Funktionsverluste und Leerstand von Gewerbeflächen drängen sich dem Betrachter entlang der Walsroder Straße auf, zwischen Pferdemarkt und Reuterdamm in Norden und Martin-Luther-Straße im Süden. Um eine Verbesserung herbeizuführen, hat sich die Stadtverwaltung um Fördermittel für eine Sanierung bemüht – mit Erfolg. Das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen „Aktive Stadt“ bietet ein Budget von knapp zehn Millionen Euro, je zu einem Drittel gespeist vom Bund, vom Land und von der Stadt Langenhagen. Sofern der Rat zustimmt, Sitzung am 14. Dezember, wird eine Sanierungssatzung beschlossen, die Grundstückseigentümern neue Rechte und Pflichten bringt, für die Dauer von zwölf Jahren. Erläutert wurden diese seitens der Stadtverwaltung von Stadtbaurat Carsten Hettwer in einer Anliegerversammlung im Versammlungsraum der Hermann-Löns-Schule. Skeptisch und kritisch reagierten die meisten Zuhörer auf die Ausführungen, konnten die Vorteile der Maßnahme nicht recht ausmachen. Sie vermuteten, dass Begleiterscheinungen wie Grundbucheinträge, Vorkaufsrechte der Stadt Langenhagen oder Genehmigungen von Mietverträgen durch die Stadtverwaltung zu Restriktionen führen werden. Als bedrohlich wurde, dem Tenor nach, die Zahlung von Ausgleichsbeträgen empfunden, die nach Ablauf der Maßnahme auf jeden Eigentümer zukommt, sofern es eine, nur durch die Sanierung bedingte, Wertsteigerung für Grund und Boden gibt. Obwohl der Stadtbaurat mit Unterstützung von Ulrich Tarp von der „re.urban Stadterneuerungsgesellschaft mbH“ alle Einwände sachlich einordnete, blieb die Stimmung verhalten. Auch die Aussicht auf erhöhte Abschreibungsoptionen für Investitionen und damit steuerlichen Vorteilen überzeugte kaum. Mehrfach gab es Stimmen aus dem Publikum, die an städtische Maßnahmen aus früheren Jahrzehnten erinnerten, die das desolate Erscheinungsbild entlang der Straße herbeigeführt habe – Stichwort Neubau des CCL und der Elisabetharkaden mit Abzug der Kaufkraft. „Um die Bewertung früherer Entscheidungen geht es hier nicht. Ganz im Gegenteil, die Situation soll sich nun verbessern – für alle, sonst wird es immer schlimmer“, betonte der Stadtbaurat mehrfach. Mit der Maßnahme gebe es nun eine Chance für Modernisierungen. Klar sei, dass eine Vision des Ergebnisses in zwölf Jahren jetzt noch nicht gezeichnet werden kann, denn die Sanierungsziele müssen erst noch detailliert festgelegt werden, und die Auswahl der ortsbildprägenden Gebäude, die überhaupt förderfähig wären, muss erst noch getroffen werden. „Das wird schwer genug“, merkte Carsten Hettwer nebenbei an. Dennoch sei ihm nicht bekannt, dass Maßnahmen dieser Art, bereits vielfach und vergleichbar in anderen Kommunen gelaufen, je negativ für alle Beteiligten gelaufen wäre – ganz im Gegenteil, nur positive Entwicklungen für das jeweilige Stadtbild seien bekannt. So könnte es insbesondere für den Bahnhofsvorplatz an der S-Bahn-Station Pferdemarkt laufen.