Wie geht Stadtmarketing?

Erfahrungen aus dem Projekt "Pferdestärken" sollen genutzt werden

Langenhagen (ok). Was wird aus dem Projekt "Pferdestärken" und was überhaupt aus dem Stadtmarketing in Langenhagen? Fakt ist auf jeden Fall, dass das EU-geförderte Projekt zum Ende des Jahres ausläuft; eine Verlängerung höchstens noch für ein halbes Jahr möglich ist. Bürgermeister Friedhelm Fischer setzt zunächst darauf, dass sich die Fraktionen interfraktionell einigen, wie es in Sachen Stadtmarketing weitergehen soll; eigene Vorschläge will er erst einmal nicht unterbreiten. 2009 sind die Pferdestärken ins Leben gerufen worden, erst einmal sollte damals der Charakter Langenhagens als "pferdestarke Stadt" herausgearbeitet werden, um der Stadt eine Marke, ein so genanntes Branding zu geben. Veranstaltungen wie Wildwochen, Heger- und Bauernmarkt sollen auch langfristig etabliert werden, und auch die FahrKulTour ist am vergangenen Sonntag zum dritten Mal erfolgreich über die Bühne gegangen. "Pferdestärken lebt vor allen Dingen durch das Zusammenspiel und die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Vereinen und Verwaltung", machte die Projektverantwortliche Regine von der Haar jetzt deutlich. Vor allen Dingen sei es wichtig – und das ist sie sich mit Bürgermeister Fischer einig – müsse es das Ziel sein, Veranstaltungen zu etablieren, die als übergreifende Events im ganzen Stadtgebiet wahrgenommen werden und somit einen hohen Wiedererkennungswert haben. Dazu gehöre auch die Ausstellung "Made in Langenhagen", die auf der jüngsten Wirtschaftsschau gelaufen ist. Doch wie geht es auf lange Sicht weiter, nachdem schon mehrere Anläufe in Sachen Stadtmarketing in Langenhagen erfolglos im Sande verlaufen sind. Aus Sicht Regine von der Haars stehen die Chancen gut, dieses Projekt und seine Ergebnisse in ein Stadtmarketing in Langenhagen zu überführen. Sie setzt dabei allerdings noch mehr auf Interaktivität, denkt an Picknick-Treffen oder aber auch Geocaching-Entdeckungstouren. In den vergangenen fünf Jahren habe sie auf jeden Fall erreicht, dass sich die Langenhagenerinnen und Langenhagener zu ihrer Stadt bekennen; und gerade für die kleineren und mittelständischen Betriebe hätten sich auch viele Netzwerke und Synergien ergeben. Wichtig sei nur: Was aus Pferdestärken wächst, muss nachhaltig sein, das "zarte Pflänzchen" Pferdestärken dürfe nicht zertreten werden, ein Wir-Gefühl müsse entstehen. Nur: Gibt es dieses Wir-Gefühl in Sachen Stadtmarketing überhaupt bei den Politikern? Der Weg für ein Stadtmarketing scheint noch weit zu sein; Gespräche müssen erst einmal stattfinden, und eine Beschlussdrucksache scheint noch in weiter Ferne zu sein.