Wie hoch sind die Mieten in der Region?

Mietspiegel soll Gerechtigkeit und Rechtssicherheit fördern

Region (dl). Erstmals wird jetzt eine offizielle und zuverlässige Übersicht über die Höhe der Mieten in der Region Hannover erstellt, die zudem für jedermann zugänglich sein wird. Die Datenerhebung wird in Form von repräsentativen Umfragen bei Mietern und Vermietern vorgenommen und von den Verbänden der Wohnungswirtschaft sowie vom Mieterbund unterstützt. „In Hannover und der Region gibt es etwa 330.000 vermietete Wohnungen, deshalb ist der Mietspiegel als ein Instrument für mehr Markttransparenz ein Gewinn für die Region Hannover. Mieter und Vermieter können künftig besser einschätzen, ob die gezahlten oder geforderten Mieten angemessen sind “, sagte Sozialdezernent Erwin Jordan bei der Vorstellung des Projektes im Regionshaus. „Mehr Gerechtigkeit und vor allem Rechtssicherheit sind die beiden Ziele, die wir mit dem Mietspiegel erreichen wollen“, so Jordan.
Erstellt wird der Mietspiegel von dem Hamburger Unternehmen F+B. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 400.000 bis 420.000 Euro. Mit Beginn in dieser Woche werden rund 50.000 Haushalte in Hannover angeschrieben und zu ihrer Wohnsituation befragt. Zusätzliche mündliche Interviews mit 3.000 Mietern und Vermietern sollen das Bild abrunden. Die Befragung zur Vergleichbarkeit der Wohnungen und deren Mieten in den 20 Kommunen der Region beginnt dann am 20. Mai.
Erfasst werden in der Stadt Hannover und in den umliegenden Regionskommunen nur Wohnungen des frei finanzierten Wohnungsbaus in Mehrfamilienhäusern, deren aktuelle Mieten im Verlauf der vergangenen vier Jahre mindestens einmal angepasst wurden. Stichtag ist hier der 1. April. Nicht erfasst werden Dienst- oder gewerblich genutzte Wohnungen sowie staatlich geförderter Wohnungsbau, die so genannten Sozialwohnungen. Von Interesse sind darüber hinaus die Größe des Wohnraums, das Baujahr sowie die Beschaffenheit und Ausstattung der Wohnung. Lediglich in der Großstadt Hannover, nicht aber in den kleineren Gemeinden der Region wird in der Mietspiegel-Erhebung auch die Lage der Wohnung mit berücksichtigt, wobei zwischen einer guten und einer normalen Wohnlage unterschieden wird.
Bis zum Ende des Jahres werden die Daten ausgewertet und anschließend veröffentlicht. Anhand einer Karte wird dann auch der Einfluss der Wohnlage auf die Mieten erkennbar sein. „Eine repräsentative Übersicht über die Mietpreise ist im Interesse aller, wir bitten deshalb alle diejenigen, die einen Fragebogen bekommen haben, diesen ausgefüllt zurück zu schicken“, appelliert Erwin Jordan an alle Befragten. Die Portokosten für die Rücksendung übernehme die Region, und natürlich werde der erforderliche Datenschutz eingehalten.
Die Erstellung eines Mietspiegels gründet sich auf eine Forderung des Bundessozialgerichts vom November 2006 an die Grundsicherungsträger, wonach zur Berechnung der Kosten für die Unterkunft von Empfängern von Transferleistungen (ALG 2) ein qualifizierter Mietspiegel nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen verwendet werden soll. Die bisher verwendeten Wohngeldtabellen sind dafür zu ungenau und vor allem nicht mehr aktuell.