Wie teuer ist Wohnungsbau?

Ratsherr Jens Mommsen hat sich bei der Gemeinde Isernhagen über die Baukosten für Flüchtlingsunterkünfte informiert. (Foto: G. Gosewisch)

Ratsherr Jens Mommsen kritisiert Baukosten

Langenhagen (gg). Baut die Stadtverwaltung zu teuer? Angesichts der nächsten Maßnahme, die zweite neue Flüchtlingsunterkunft in Krähenwinkel am Bauernpfad, kritisiert BBL-Ratsherr Jens Mommsen die von der Stadtverwaltung geplanten Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro für eine Bruttogrundfläche von eintausend Quadratmetern. Zwölf Wohnungen zu je 56 Quadratmeter, zweigeschossiger Holzrahmenbau, Flachdach, Streifenfundament aus Beton, außen liegende Treppen, Gas-Zentralheizung, schlichte Innenausstattung, keinerlei Luxus. 2.200 Euro pro Quadratmeter schlagen zu Buche. „Zu viel“, sagt Jens Mommsen. Er habe bei der Gemeinde Isernhagen nachgefragt. Auch dort werden unter Zeitdruck Flüchtlingsunterkünfte gebaut, und eine Vergleichbare zu der am Bauernpfad entstehe just zum Preis von 1.300 Euro pro Quadratmeter. „Und darin sind (anders als in Langenhagen) sogar die Pachtkosten für das Grundstück enthalten. Das ist die Größenordnung, zu der wir hinkommen müssen“, sagt er. In der nächsten Ratssitzung am Montag, 18. April, ab 18 Uhr will er darauf hinweisen, hofft auf Unterstützung aus der Mehrheitsfraktion SPD und Grüne.
Eine Vorabinformation dazu gibt Marc Köhler, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat, im Gespräch mit dem ECHO. Er sagt: „Wenn selbst bei Leichtbauweise solche Kosten entstehen, sieht man, wie knapp der Markt ist. Wir müssen uns auf die Stadtverwaltung verlassen, die eine Abwägung getroffen hat, und es ist die einzige Art, wie wir mit der Flüchtlingsunterbringung jetzt vorankommen.“ Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, sagt: „Ich sehe das ähnlich wie Marc Köhler. Aufgrund der starken Nachfrage gibt es im Bausektor extreme Preisanstiege, nicht nur bei der Leichtbauweise.“