Wie weit darf ich gehen?

Die Schülerinnen und Schüler lernen bei dem Projekt den selbstbewussteren Umgang mit- und untereinander.Foto: O. Krebs

Projekt zum Thema „Grenzen! an der Robert-Koch-Realschule

Langenhagen (ok). Mit den Grenzen ist das so eine Sache – bei Jedem verlaufen sie unterschiedlich, der Umgang mit den eigenen und auch mit denen anderer ist oft nicht so ganz einfach. Wie weit darf ich gehen und wann verletze ist mein Gegenüber? Aber auch: Was lasse ich überhaupt bei mir zu? Im Projekt „Meine Grenzen – deine Grenzen“, das in der vergangenen Woche an der Robert-Koch-Realschule gelaufen ist, haben vier sechste Klassen ihre körperlichen und psychischen Grenzen kennen gelernt. Dabei wurde auch das Internet kritisch in Visier genommen, das es ja eine große Gefahr darstelle und eine Abgrenzung durch die Anonymität oft schwierig mache. Jörg Rettig, Konrektor an der Robert-Koch-Realschule, ist es dabei ganz wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, ihre Probleme untereinander zu lösen; Grenzen setzen beinhalte daher auch eine gewisse Erziehung zur Eigenständigkeit. Eltern, Freunde und Lehrer müssten akzeptieren, dass mit Grenzen selbstbewusst umgegangen werde. Zusammen mit dem Frauennotruf und mit Anne Kirchenbüchler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Langenhagen, hat die Robert-Koch-Realschule jetzt dieses Projekt als erste Schule in Langenhagen angeschoben. Ohne die Lehrkräfte sollen die Mädchen und Jungen lernen, ihre Grenzen wahrzunehmen und diese auch zu kommunizieren. Um Prävention gegen Gewalt und Missbrauch zu forcieren, sollen Handlungsmöglichkeiten bei Grenzüberschreitungen vermittelt werden. Und: Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu stärken, soll innerhalb und außerhalb der Schule ein Netzwerk aufgebaut werden, das bei Bedarf von Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen werden kann. Ganz wichtig: Dabei wird geschlechterspezifisch vorgegangen, denn die Grenzen verlaufen nach Einschätzung der Experten bei Mädchen und Jungen unterschiedlich. Dabei wird auch tief in die Praxis eingetaucht: Chatgespräche werden analysiert, Videos zum Thema auf You Tube angeschaut und das praktische Erleben durch Rollen- und Kooperationsspiele sowie Diskussionen in der Gruppe vertieft. Am Ende des Prozesses soll dann ein sensibler Umgang mit den individuellen Grenzen des Einzelnen stehen. Jörg Rettig: „Der Lehrer braucht dann nur noch helfend und heilend unvoreingenommen zu reagieren.“ Schulen, die auch Interesse an dem Projekt „Meine Grenzen – deine Grenzen“ haben, können sich gern mit Anne Kirchenbüchler unter der Telefonnummer (0511) 7307-9108 oder unter anne.kirchenbuechler@langenhagen.de in Verbindung setzen.