Wietze führt Hochwasser

Schon im August 2010 zeigte das SPARC-Gebiet nach starken Regenfällen seine Qualitäten im Hochwasserschutz. (Foto: R. Stankewitz)

SPAR-Gebiet zeigt seine Qualität

Langenhagen. Nach den regenreichen Tagen im Mai hat sich das SPARC-Gebiet (Strategic Partnership in River Corridors) hervorragend im Hochwasserschutz bewährt, so die Meldung der NABU-Ortsgruppe. Die Wietze, deren Unterlauf Ende der 1960er Jahre begradigt worden war, wurde in diesem Bereich im Rahmen eines EU-Projektes 2008 renaturiert. Mit dem Bau des Wietzemäanders wurde nicht nur ein Platz für gefährdete Tier- und Pflanzenarten geschaffen, die sich hier innerhalb kürzester Zeit wieder ansiedelten, auch im Hochwasserschutz hat das Gebiet eine wichtige Funktion.
Vom Beobachtungsturm am SPARC-Gebiet können sich Interessierte überzeugen, dass die vom Menschen verursachten Probleme, die durch die Versiegelung von Flächen oder die Begradigung von Flussläufen entstanden sind, auch wieder gelöst werden können. Durch die Anlage von Überflutungsflächen neben dem Wietzemäander verzögert sich die Hochwasserwelle merklich. "Bei Starkregenereignissen wie in den letzten Tagen wird das Wasser nun auf den Retentionsflächen gehalten und fließt nicht ungebremst durch den begradigten Verlauf der Wietze." sagt Ricky Stankewitz, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Langenhagen. "Im Verhältnis zu den Millionenschäden, die durch Hochwasser entstehen, kann mit Projekten wie dem SPARC-Gebiet für wenig Geld effektiver Hochwasserschutz mit Naturschutzmaßnahmen kombiniert werden." so Stankewitz weiter. Während die Entwässerungsgräben von den Wassermassen der letzten Tage überfordert waren, bot das SPARC-Gebiet ausreichend Raum für das Wasser. Nach und nach wird es von hier über die Wietze langsam Richtung Aller fließen. Die Bürger des Ortes Wietze, die in den Vorjahren regelmäßig vom Hochwasser betroffen waren, werden davon profitieren. "Gerade bei den vorhergesagten Häufungen von Wetterextremen sind solche Flächen für den Hochwasserschutz extrem wichtig. Hoffen wir, dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird und weiterer Raum für Projekte wie das SPARC-Gebiet zur Verfügung gestellt werden wird." so Stankewitz abschließend.