„Wilder Herbst in Langenhagen“ gestartet

Auf dem Hof der Gastwirtschaft Tegtmeyer „Zum alten Krug“ war der fünfte Langenhagener Hegermarkt sehr gut besucht.Fotos: C. Wurm (3)
 
Die Lerchentaler Alphornbläser vor der romantischen Kulisse des über 400 Jahre und unter Denkmalschutz stehenden alten Speichers mit der Engelbosteler Erntekrone.
 
Die Würdenträger in Engelbostel (von links): Jugendbürgerkönigin Sarah Stünkel, Herbstmeister und Vereinsvorsitzender Rolf Vogt, Bürgerkönigin Christine Nettler, und Kinderbürgerkönigin Angelina Jordan.

Auftakt zu Kriminala bei gut besuchtem Hegermarkt

Engelbostel (cow). Der nun schon fünfte Hegermarkt setzte den Startschuss zu einem „wilden Herbst“ in Langenhagen. Mehr als 2.000 Besucher informierten sich im Rahmen der „Wildwochen Langenhagen“ rund um Jagd, Wild und Wald oder verbrachten einfach einen gemütlichen Sonntagnachmittag im Kreis der Familie und Bekannten. Der Hegering Langenhagen, der Ortsrat Engelbostel und der Schützenverein Engelbostel arbeiteten gemeinsam, um das traditionelle und mittlerweile besonders beliebte Fest für Jung und Alt in gewohnter Manier erfolgreich weiterzuführen. Die aus dem EU-Projekt Pferdestärken erwachsene Veranstaltung fand auch in diesem Jahr wieder auf dem perfekt ausgewählten, malerischen Fachwerkhof des Gasthauses Tegtmeyer „Zum alten Krug“ an der Resser Straße statt.
Bei dem ländlichen Programm, das bereits um 10 Uhr mit einem Erntedank-Gottesdienst in der Engelbosteler Martinskirche und einem Festumzug zum Hof Tegtmeyer begann, gab es viel zu bestaunen und kulinarische Gaumenfreuden zu genießen. Neben Kaffee und Kuchen, durften natürlich auch deftige Wildspezialitäten wie Heidschnucken-Ragout, Hirschgulasch und Wildbratwurst nicht fehlen.
Das Wetter spielte mit, kleine unbedeutende Regenschauer ausgenommen, und so erschienen die Besucher zahlreich auf dem Anwesen Tegtmeyer. Nach einem kurzen Umzug der ortsansässigen Vereine und der Grundschule Engelbostel wurde das bunte Markttreiben eröffnet. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke, die sich über die rege Beteiligung vieler Vereine beim Festumzug freute, übernahm die Ehrung des Siegers der Gemeindekette, bei der ein 100er KK-Teiler gefordert wurde. Klaus Wauschkuhn-Nitsche legte aber lieber einen 111,1 Teiler hin und bekam dafür diese Ehre. Herbstmeister im Schützenverein Engelbostel wurde der Vereinsvorsitzende Rolf Vogt. Der Herbstpokal der Damen ging an seine Ehefrau Ilona Vogt und der Heinz-Nitsche-Wanderpokal an Regina Brandes.
„Der Hegermarkt wird gut angenommen“, so Mike Scheer, Hegeringleiter, der eigens für die Veranstaltung die traditionelle Uniform der Schaffergilde aus dem 16. Jahrhundert trug. Schon im Voraus sei die Broschüre „Wilder Herbst in Langenhagen“ mit Wildrezepten weggegangen „wie warme Semmel“, sodass nachgedruckt werden musste. „Das kombinierte Programm aus Hegermarkt, Langenhagener Krimifestspielen Kriminala und kulinarischen Wildwochen passt und spricht die Leute an“, erklärte Scheer. Zum ersten Mal ist diesmal auch, um alles noch enger miteinander zu verzahnen, der Auftakt von Kriminala mit der beginnenden Live-Szene auf dem Hegermarkt verbunden. Früh gab es Anfragen für die Stände auf dem Hegermarkt, aber Scheer hält an dem bewährten Konzept fest. „Wir möchten kein Zelt aufstellen, sondern auf diesem traditionellen Platz, umgeben von Fachwerkhäusern, bleiben. Das Fest soll klein, aber fein sein, um das Ambiente zu wahren“, so Scheer weiter. Ein wichtiges Anliegen sei auch zu zeigen, dass das Fleisch nicht aus der Kühltruhe komme. Daher freute es Scheer umso mehr, dass der regionale Wildhändler bei der Veranstaltung großen Zulauf fand. „Bei uns zu Hause kommt auch eher Wild auf den Tisch, am meisten Wildschwein oder Reh. Das Fleisch ist gesund, fettarm und schmackhaft“, sagte Scheer. Bei den Wildwochen bietet sich nun für alle in verschiedenen Restaurants rund um Langenhagen die Gelegenheit, Wildspezialitäten zu kosten und auf den Geschmack zu kommen.
Bei der Ausstellung von Falkner Manfred Haas konnten große Vögel wie Steinadler, Bussarde, Habichte, ein Falke als auch ein Uhu live und hautnah erlebt werden. Beeindruckend und schön anzusehen waren die Greifvögel der Jagdfalkenschule, die Haas und seine Kollegin Alessa Eick aus Ganderkesee mitbrachten und mit den stolzen Tieren die Besucher in ihren Bann zogen.
Passende musikalische Unterhaltung gab es bei den Auftritten der Jagdhornbläser. Neben der Jagdhornbläsergruppe des SV Engelbostel, des Hegerings Langenhagen, des Hegerings Kronsberg und „Das große Freie“ der Jägerschaft Burgdorf sorgten auch die Lerchentaler Alphornbläser für traditionelle und anmutige Klänge.
Viel Wissenswertes um die Tätigkeiten des Jägers und den tierischen Bewohnern in heimischen Wäldern zeigte das Infomobil der Jägerschaft Hannover-Land. Besonders die kleinen Besucher waren fasziniert von den Ausstellungsstücken: ausgestopfte Tiere aus Wald und Flur waren zu sehen und sogar ein lebendes Wildschwein versteckte sich in einem eigens dafür hergerichteten Anhänger. Tierische Laute ließ Tierstimmenimitator Immo Ortlepp erklingen, indem er die Brunftschreie eines Hirsches oder die Sprache von Ente und Erpel nachahmte. Ebenso gekonnt stellte er dramatisch echt die letzten Atemzüge eines Hasen im Kampf mit einem Fuchs dar. Tierisch ging es auch bei der Vorführung der Rettungshundestaffel des Schäferhundevereins Engelbostel zu. Die Kommandos saßen und mit einem Leckerli zum Abschluss waren Hund und Halter glücklich.
Neben Jagdhundevorführungen und einem Hirschruf-Imitator, konnten die stolzen Greifvögel von Berufsfalkner Manfred Haas bestaunt werden.
Die Ausstellung auf dem Hof bot in historischer Kulisse Herbstliches: Dekorationen, Gestecke und Accessoires. Am Stand der Niedersächsischen Landesforsten konnten Kinder Trittsiegel-Stempel mit Textil bemalen und ihre eigenen Stofftaschen mit Fährtenabdrücke gestalten.
Buchautor Christian Öhlschläger, der hauptberuflich Förster bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist, stellte auf dem Markt seine Kriminal- und Kurzgeschichten vor. „Meine Geschichten haben oft einen wahren Kern“, sagte Öhlschläger. In seinen Krimis, die am Schluss meist eine unvorhersehbare Wendung nehmen, vermittelt er auf fesselnde Weise, dass das Waldleben viele spannende und mysteriöse Momente in sich trägt.
Der Schützenverein Engelbostel richtete für den Ortsrat das Bürgerkönigsschießen aus und hatte dabei alle Hände voll zu tun. Erfreulich war die große Beteiligung mit fast 70 Teilnehmern. Im Wettkampf mit dem Kleinkalibergewehr über die 50-Meter- Distanz wurde die neue Bürgerkönigin Christine Nettler ermittelt. Jugendkönigin wurde Sarah Stünkel mit deutlichen 30 Ring und einem 82 Teiler auf die10-Meter- Luftgewehr-Distanz. Über die Platzierung der Kinderkönigin konnte sich Angelina Jordan freuen. Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke lobte die hohe Beteiligung. Das Bürgerkönigsschießen mit dem Hegermarkt zu kombinieren, stoße auf ein breites Interesse und erfreue sich regen Zuspruch bei den Engelbostelern.
Gemeinsam mit dem Erntefest des Schützenvereins Engelbostel konnten alle Beteiligten am Abend auf einen gelungenen und erlebnisreichen Tag zurückblicken. Krimifans durften sich ab 18 Uhr bei der Kriminala auf Spurensuche begeben und erste Hinweise bei der Lösung des Falls sammeln. Denn auf dem Hegermarkt wurde die Tat entdeckt und verbreitete sich wie ein Lauffeuer.