Wildwechsel am Kananoher Forst

Die Paarungszeit des Rehwilds hat begonnen und führt zu Wildwechsel auf den Straßen. Wildunfälle sind insbesondere in Kananohe zu befürchten. (Foto: Carol Scholz/www.outfox-world.de)

Liebestolle Böcke gefährden den Straßenverkehr

Kaltenweide. Die liebestollen Rehböcke sind wieder unterwegs! Mit Beginn der Brunftzeit begeben sich die Tiere auf die Suche nach paarungsbereiten Ricken und überqueren dabei bisweilen auch hastig Straßen und Wege. Die Gefahr von Wildunfällen steigt daher während der Paarungszeit des Rehwilds deutlich an - in Langenhagen gilt dies insbesondere am Kananoher Forst.
Mehr als 200.000 Rehe verenden Jahr für Jahr im Verkehr auf Deutschlands Straßen. Keine andere Schalenwildart ist derart häufig betroffen. Dass Wildunfälle häufig unterschätzt werden, belegt beispielsweise der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz mit einer simplen Rechnung: So erreicht ein nur 20 Kilogramm schweres Reh bei einer Kollision mit einem 70 Stundenkilometer schnellen Fahrzeug ein Aufprallgewicht von fast einer Tonne.
Was gilt für den Autofahrer, wenn der Zusammenprall mit einem Tier unvermeidbar ist? Lenkrad festhalten, Spur halten und stark bremsen! Auf keinen Fall ausweichen! Denn Ausweichmanöver sind riskant und gefährden den Gegenverkehr, die Gefahr für Fahrer und Mitfahrer steigt enorm.
Was ist zu tun, wenn es doch gekracht hat? In diesem Fall empfiehlt es sich, zunächst die Unfallstelle zu sichern und dann die Polizei zu verständigen. Diese wird den zuständigen Förster oder Jäger benachrichtigen. Ist das verletzte Tier geflüchtet, sollte sich der Autofahrer den Fluchtweg merken und diesen kennzeichnen. Der Jäger kann
so der Wundfährte des Tieres folgen und es von seinem Leid erlösen. Auf jeden Fall sollten sich Unfallbeteiligte von verletzten Wildtieren fernhalten, die ansonsten in Panik geraten könnten.
Die Paarungszeit des Rehwilds findet, gesteuert von einem komplexen Zusammenspiel der Hormone, von Mitte Juli bis Mitte August statt. Abhängig von Tageslänge, Alter und der Tatsache, ob und wann die Ricke im gleichen Jahr ein Kitz zur Welt gebracht hat, wird sie brunftig. Entsprechend zielstrebig verfolgt der Rehbock ihre Fährte, um sich mit ihr zu paaren. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Territoriumsgrenzen überschritten werden und es zwischen Rehböcken gleicher Stärke zu ernstzunehmenden Auseinandersetzungen kommt. Hat der verliebte Rehbock dies überstanden oder vermieden und eine paarungswillige Ricke aufgespürt, beginnt er, diese zu treiben. Diese Verfolgung kann durchaus über eine Strecke von mehreren Kilometern andauern, bis es schließlich zum Paarungsakt kommt. Blind vor Liebe
laufen die Tiere dabei auch über Straßen und werden so zur Gefahr für
Fahrzeugführer.