Willkommen zurück aus al Za´atari

Ewald Nagel und Fabian Müller in der THW-Station in der Wiesenauer Straße. (Foto: G. Gosewisch)

THW ist stolz auf Leistung von Fabian Müller

Langenhagen (gg). Nach einem sechs-wöchigen Einsatz in Jordanien, Flüchtlingscamp al Za´atari (das ECHO berichtete in der Ausgabe vom 13. März, Seite 4), ist Fabian Müller nun im THW-Stützpunkt in der Wiesenauer Straße angekommen. „Mit einem großen Willkommen und mit Stolz haben wir ihn begrüßt“, bestätigt Ewald Nagel, Ortsbeauftragter THW-Hannover-Langenhagen. Bereits am Flughafen haben die THW-Mitarbeiter für Müller einen Empfang bereitet. „Mit Auslandseinsätzen kennen wir uns aus – Sudan, Äthiopien, Liberia. Wo große Krisen oder Kathastrophen waren, haben wir geholfen und daher wissen wir seine Leistung einzuschätzen“, erklärt Nagel.
Als Camp-Experte im Auftrag des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) hatte sich Müller für den Auslands-Einsatz freiwillig gemeldet, um beim Bau des Camp al Za´atari, das Kriegs-Flüchlinge aus Syrien aufnimmt, zu helfen. Seine Aufgaben waren Bauleitung, Mängelbeseitigung, Abnahmen und Rechnungsprüfung, hierbei speziell um das Modul WASH (WaterSanitationHygiene). „Ich freue mich, dass ich helfen durfte. Aus der Nothilfe ist längst ein Projekt geworden“, berichtet er im Pressegespräch.
Der Flüchtlingsstrom aus Syrien in die Nachbarländer reißt nicht ab. Rund 65.000 Flüchtlinge leben mittlerweile im Camp al Za´atari. Das THW-Team arbeitet ununterbrochen daran, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Zeltstadt zu verbessern. Im Schnitt haben allein in Jordanien bislang 250.000 Menschen Zuflucht gefunden. In den vergangenen Tagen kamen zwischen 800 bis 2.000 neue Flüchtlinge pro Nacht in die jordanische Zeltstadt. Mehr als 100.000 Flüchtlinge sind offiziell registriert, rund 65.000 davon leben im Camp. 417 Sanitäreinheiten mit rund 1.000 Toiletten und Duschen wurden seit Eröffnung des Flüchtlingslagers im Juni 2012 errichtet. Hinzu kommen fast 150 Kücheneinheiten mit jeweils zwei Gemeinschaftsküchen. Mittlerweile waren über 110 THW-Kräfte im Einsatz. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt, UNICEF und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).
„Die Menschen, die im Lager leben sind frustriert, das ist nachvollziehbar, wenn man sich in ihre Situation versetzt. In den Kinderaugen sieht man, dass sie schon viel Schlimmes erlebt haben“, berichtet Müller. Der 32-Jährige, der im Jahr 1999 „irgendwie“ über den Wehrersatzdienst beim THW „hängengeblieben ist“, würde sich wieder für einen Auslandseinsatz melden. Unterstützung findet auch auch im Privaten mit einer verständnisvollen Freundin. „Die Hilfe, die man in al Za´atari mit dem Aufbau der sanitären Einrichtungen leistet, kommt effektiv an. Menschlich gesehen bringt mir der Einsatz viel - von den glücklichen Kinderaugen im Flüchtlingslager, wenn man nur einen Fußball mitbringt, ganz zu schweigen“, so seine Motivation.