„Wir alle haben noch seine Stimme im Ohr“

Ein langer Trauerzug gab Ernst-August Nebig das letzte Geleit auf dem Weg zum Friedhof an der Karl-Kellner-Straße.Foto: O. Krebs

Mehr als 500 Trauergäste nehmen Abschied von Ernst-August Nebig

Langenhagen (ok). Es war eine bunte Trauerfeier, selten sind sicherlich bei einer Beerdigung so viele verschiedene Uniformen zu sehen. Und es war eine Beerdigung, die sicherlich zu den größten gehört, die es in Langenhagen bisher gegeben hat. Viele waren gekommen, um von Ernst-August Nebig Abschied zu nehmen, darunter auch ehemalige Kolleginnen und Kollegen des Journalisten, der vier Jahrzehnte lang für das Langenhagener ECHO mit Block, Bleistift und Kamera unterwegs gewesen ist. Mehr als 500 Trauergäste haben dem Ortsheimatpfleger, der in der Nacht zum Montag voriger Woche gestorben ist, das letzte Geleit gegeben; während der Trauerfeier wurde auf das Leben des 76-Jährigen zurückgeblickt, das vom Ehrenamt geprägt war. In seiner Predigt ging Superintendent Martin Bergau auf den „Geschichts- und Geschichtenschreiber“ Ernst-August Nebig ein, bezeichnete ihn als vortrefflichen Netzwerker, der Fragen quasi auf Knopfdruck beantworten konnte. Und sicher werden sich viele die Frage stellen, die Bergau aussprach: „Wie sehr wird er uns fehlen?“ Bürgermeister Friedhelm Fischer nannte Nebig den „begeistertsten Langenhagener“, der mit dem Stadtarchiv, seinen Publikationen und nicht zuletzt dem Hägermahl nachhaltige Spuren in Langenhagen hinterlässt – der Lieblingsstadt des gebürtigen Lingeners, in der er vier Jahrzehnte lang schaltete, waltete und wirkte. Und Nebig schien omnipräsent, war überall dabei, wo etwas los war in Langenhagen. Fischer: „Wir alle haben noch seine Stimme im Ohr.“
Heinz-Siegfried Strelow vom Heimatbund Niedersachsen charakterisiert Nebig mit den Attributen „schwungvoll, anekdotenkundig und geschichtsbewusst“. Die Heimatpflege sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Strelow: „Für mich ist Ernst-August Nebig das Urgestein der Heimatpflege.“
Nebigs besonderes Verhältnis zu den Schützen wurde in der Rede von Michael Jumpelt deutlich: „Mit seinem Tod geht ein Stück Langenhagener Zeitgeschichte zu Ende“, so der Schütze, der sich fragte, wer diese Lücke füllen solle. Ernst-August Nebig habe immer Zeit für Gespräche gehabt, sei kein Jasager gewesen, sondern ein fairer Kritiker, der konservative und fortschrittliche Gedanken vereint habe. In Erinnerung bleiben werde seine Lebensfreude, seine Neugier und seine Kameradschaft. Nach der Trauerfeier in der Elisabethkirche, über dessen Namensgeberin Ernst-August Nebig vor einigen Jahren ein Buch herausgebracht hatte, wurde Ernst-August Nebig auf dem Friedhof an der Karl-Kellner-Straße beigesetzt.