„Wir haben freie Plätze“

Machten intensiv Werbung für den Malerberuf: Björn Ostendorp (rechts) und sein Azubi Bryan Müller. (Foto: O. Krebs)
 
Damit der Piks nicht wehtut: Die medizinische Fachangestellte Anja Pankotsch von der eickenhof Dialyse zeigt Oscar Frenkel, wie richtig Blut abgenommen wird. (Foto: O. Krebs)

Schüler und Unternehmen knüpfen erste Kontakte beim Berufsfindungsmarkt

Langenhagen (ok). Schülermassen, die morgens um 9 Uhr ins Rathaus strömen, das kann eigentlich nur eines bedeuten: Es ist wieder Berufsfindungsmarkt. Die Jobbörse, die seit vielen Jahren erfolgreich alle eineinhalb Jahre im Rathaus über die Bühne geht, eine große Palette an Berufen und Berufsfeldern präsentiert sich. Denn mittlerweile ist es ja wirklich so, dass die Unternehmen um geeigneten Nachwuchs buhlen müssen; engagierte und fitte Jugendliche sich die besten Jobs aussuchen können. Und von denen tummeln sich an zwei Tagen eine ganze Menge im Rathaus auf zwei Etagen und auch im Innenhof, wo die Bundeswehr mit ihrem Truck über Karrieremöglichkeiten in den Streitkräften informiert. „Ausbildung zum Abheben“ lautet das Motto der 20. Auflage und tatsächlich zeiten die Unternehmer und Auszubildenden den Mädchen und Jungen viele Möglichkeiten auf, um richtig durchstarten zu können. Handwerk, Versicherungen, soziale Berufe, Gesundheitswesen, Gastronomie, Handel, Verwaltung und Behörden, Speditionsunternehmen – 55 Unternehmen zeigen sich von ihrer besten Seite. Wie übrigens auch die Mädchen und Jungen, und das nicht nur beim Bewerbungsfoto, das sie von sich erstellen lassen könnene. Wer will, kann seine Bewerbung checken lassen oder sich auf der Last-Minute-Ausbildungsplatzbörse umschauen. Oscar Frenkel aus der 8.4 an der IGS Langenhagen interessiert sich sehr für den medizinischen Sektor, findet die Aufgabe in einer Dialysestation total spannend und nimmt auch akribisch Blut ab. Der 13-Jährige hat schon konkrete Vorstellungen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Der Gesundheitsbereich liege ihm schon und Orthopädiemechaniker klinge sehr spannend. Das findet auch sein Klassenkamerad Bennet Schmidt, der sich aber offen für alles im ganzen Rathaus umsieht und viel Spaß mit dem fernlenkbaren Mini-Laster der Spedition Böhm hat.
Zufrieden sind auch die Aussteller – Malermeister Björn Ostendorp, der mit seinem Unternehmen gleich die ganze Malerinnung verttritt, hat beispielsweise gleich zu Beginn schon drei gute Gespräche geführt. Zusammen mit seinem Auszubildenden im ersten Lehrjahr, Bryan Müller, stteht er Rede und Antwort. Der denkt nach mehreren Praktika jetzt den richtigen Beruf gefunden zu haben. Denn der Malerberuf sei vielseitig; es gehöre nicht nur dazu, Wände zu streichen. Boden legen, tapezieren, Trockenbau – Abwechslung ist vorprogrammiert. Und die Zeiten, als nur mit dem Zollstock gearbeitet beim Aufmaß gearbeitet wurde, seien auch passé. Chef Björn Ostendorp: „Das läuft mittlerweile mit dem Laptop.“ Schornsteinfeger – ein Beruf, der sich nur für Jungen eigne? Joke Hesse räumt mit dem Vorurteil gleich auf, Mädchen könnten das genauso gut. Schwindelfreiheit sei allerdings Grundvoraussetzung, ebenso technisches Verständnis und ein gewisses Faible für Mathe, Physik und Chemie. An einen bestimmten Schulabschluss sei der Beruf des Schornsteinfegers allerdings nicht gebunden.
Eine „gute Nachfrage“ kann der Zoll nach Auskunft ihres Sprechers Hans-Werner Vischer verzeichnen, ab 2016 werde auch wieder am Standort Hannover ausgebildet.
Für IGS-Schulleiter Timo Heiken ist es ganz wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Tipps und Ratschläge von ihren Lehrerinnen und Lehrern bekämen, sondern auch von den Unternehmern und Auszubildenden. „Die sind eben einfach näher dran.“ Wirtschaftsförderer Jens Monsen ist zufrieden mit der Resonanz, findet es toll, dass viele Unternehmen mit dem Schild „Wir haben freie Plätze“ auf sich aufmerksam mache. Jörg Hollemann aus seiner Stabsstelle habe eine hervorragende Vorarbeit geleistet, auch beim Kontakt mit den Schulen. Und auch Sonja Vorwerk-Gerth, mit ihrem Pflegedienst Frau der ersten Stunde beim Berufsfindungsmarkt, ist voll des Lobes: „Bei uns waren schon viele aufgeschlossene Jugendliche, die eifrig nachgefragt haben.“