Wir haben uns vorbereitet

Wir erreichen den vierten Sonntag im Advent. In diesen Wochen hat auch ein neues Kirchenjahr begonnen. Neues beginnt und wir können uns vorbereiten. In der Adventszeit schauen wir über den Zaun unseres Lebens. Menschen stellen sich unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen. Welche Grenzen möchte ich überschreiten? Wollte ich nicht schon immer neu in der Bibel lesen? Vielleicht nur ein wenig blättern oder überfliegen? Wonach sehne ich mich? Was könnte mein Leben erfüllen?
Im Advent wollen wir warten auf das Kommen Gottes. Was das heißt, können wir erahnen, wenn wir das Warten auf einen geliebten Menschen betrachten. Wir malen uns aus, wie es sein wird, wenn der Erwartete kommt. Und manchmal erwarten wir mehr, als der Erwartete uns schenken kann. Da trifft Sehnsucht auf Realität. Da trifft Suchen auf Warten.
Wir feiern jetzt schon einige Wochen unsere Sehnsüchte. Im Advent stellen wir uns dieser Situation. Es steigt in uns eine große Sehnsucht und Hoffnung auf. „Eine Ahnung davon“, erzählt Anselm Grün, „sich ganz in die Arme eines andern fallen zu lassen und für immer angenommen, daheim, geborgen zu sein.“
Advent feiern heißt, dass meine Unruhe sich legen kann, dass ich warten und hoffen kann, dass ich schenken und ankommen kann – und finden. Die Adventszeit sagt mir, dass meine Sehnsüchte keine Illusionen bleiben. Hans-Dieter Hüsch hat diese Sehnsüchte in einem Psalm für heute neu aufgeschrieben:
„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit, Gott nahm in seine Hände, Meine Zeit, Mein Fühlen, Denken,Hören, Sagen, Mein Triumphieren und Verzagen, das Elend und die Zärtlichkeit.“
Wenn Gott kommt, dann wird die Wüste in unserem Herzen erblühen. Wenn Gott kommt, dann wird die Welt vor Hoffnung glänzen. Der materielle Wert unserer Träume und Geschenke wird unwichtig. Unsere schönsten Geschenke werden die Träume Gottes von uns sein. Neues beginnt und wir haben uns vorbereitet.

Erich Franz, Pastor