„Wir möchten Strom verschenken“

Sabine Flores, Manfred Schüle und Friedhelm Fischer prüfen, wie der Ladevorgang funktioniert. (Foto: G. Gosewisch)

Öffentliche Ladestation für Autos mit Elektroantrieb eröffnet

Langenhagen (gg). Gratis tanken können ab sofort Besitzer von Fahrzeugen mit Elektroantrieb an der neuen Ladestation an der Konrad-Adenauer-Straße, direkt vor dem Rathaus. Im Rahmen eines Pressetermins erklärte Manfred Schüle, Geschäftsführer der Enercity Contracting GmbH: „Wir möchten den Strom verschenken, um ein positives Zeichen für die Elektromobilität zu setzen.“
An der Station können zeitgleich die Akkus von zwei Elektrofahrzeugen mit Strom aus regenerativen Energie-Quellen aufgeladen werden. „Das ist wichtig. Es macht aus ökologischer Sicht keinen Sinn, mit Strom beispielsweise aus Baunkohle-Kraftwerken zu fahren. Die neue Ladestation wird von der Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude des Schulzentrums gespeist“, erklärt Bürgermeister Friedhelm Fischer. Die liefert 20.000 Kilowattstunden pro Jahr. Etwa 20 Kilowattstunden werden bei einer Ladung eines Elektroautos verbraucht. „Bei 25 Cent pro Kilowattstunde ist eine Tankfüllung gut vier Euro wert“, rechnet Schüle vor. Ideal für Pendler und Stadt-Fahrer sei die neue Technik, die übliche Reichweite von 120 Kilometern werde von geübten Elektro-Fahrern gut genutzt und selten ausgereizt.
Die Ladesäule wurde von der Enercity Contracting GmbH installiert, zwei Parkplätze stehen für den Ladevorgang, der im Idealfall zwei Stunden dauert. Über eine Online-Registrierung bei Enercity erhalten Nutzer die notwendigen Zugangsdaten. „Damit hat Enercity zwar Kenntnis über die Nutzer, doch verwendet wird diese für eine Abrechnung des getankten Stroms vorerst nicht“, erklärt Enercity Contracting Pressesprecher Willy Brandes. An der Entwicklung einer entsprechenden Software sei man dran, diese werde aber frühestens Mitte 2014 realisiert. Auch die Information über Smartphone, ob die Station gerade belegt ist oder nicht, kann dann erst bereitgestellt werden. „Wir freuen uns auf regen Betrieb an der Ladestation“, betonte Schüle. Probleme erwarte er nicht, denn erfahrungsgemäß würden E-Auto-Fahrer daheim über Nacht in der Garage tanken.
Sabine Flores, Projektleitung Kommunen für Elektromobilität, lobt die Langenhagener Ausstattung: „Auch die vier Elektroautos im Dienst der Verwaltung haben Signalwirkung für das Funktionieren der Elektromobilität. Langenhagen hat sich schneller dafür entschieden als viele andere Kommunen.“