„Wir sind hier multikulturell“

Alvina Egorov (von links), Soltan Sentürk, Jutta Diegelmann und Margot Löffl sind für die Gemeinschaft im Sollingweg aktiv. Foto: G. Gosewisch

Ein starkes Wir-Gefühl prägt das Hoffest im Sollingweg

Langenhagen (gg). Immer ansprechbar und präsent setzt sich der Mieterbeirat Sollingweg/Ilseweg aktiv für die Nachbarschaft ein. „Wir sind hier multikulturell“, so die Zusammenfassung zur Wohnsituation von Beiratsmitglied Margot Löffl. Sprach- oder Verständigungsschwierigkeiten gebe es im Quartier aber dennoch kaum. Das Wir-Gefühl überwiege, so ihre Beschreibung, die auch auf die Stimmung beim Hoffest zutraf. Gelungen war die Organisation, die sich auf die finanzielle Unterstützung des Vermieters Steinbrecher stützte. Bunt und abwechslungsreich mit vielen kreativen Bewegungsangeboten aus dem Kleinbus der mobilen aufsuchenden Jugendarbeit MAJA richtete sich das Fest als offenes Angebot an alle Kinder und Jugendlichen. Ergänzt wurde das Programm passend für Bewohner in jedem Alter mit Grillstation und Musik.
Die Beiratsmitglieder Alvina Egoriv und Soltan Sentürk nutzten das Fest als Gelegenheit, ihre erfolgreiche soziale Jahresarbeit abzuschließen. Ehrenamtlich sind sie gemeinsam mit Margot Löffl aktiv. Als demokratisch gewähltes Gremium organisieren sie Gesprächskreise, stehen im ständigen Austausch mit der städtischen Betreuerin Jutta Diegelmann. Viele kleine Konflikte lösen sie vor Ort, wenn es mal zu Alltagsauseinandersetzungen kommt.
„Die Polizei muss nicht extra anrücken, wenn es zum Beispiel eine Lärmbeschwerde unter den Nachbarn gibt. Da werde ich gerufen und kann vermitteln“, erklärt Margot Löffl. Dass sie dafür auch mal nachts unterwegs ist, ist für sie kein Problem. Die Initiative Mieterbeirat hat sich in den vergangenen zehn Jahren etabliert, vor fünf Jahren wurde sie vom Land Niedersachsen mit dem Niedersächsischen Ehrenpreis für Bürgerengagement gewürdigt. Dass die soziale Stabilität ein wesentlicher Erfolg dieser Arbeit ist, kann Jutta Diegelmann bestätigen: „Nur ein geringer Teil der Wohnungen hier im Quartier ist aus der Belegbindung befreit, entsprechend hoch ist der Anteil der Sozialwohnungen. Etwa zehn Prozent der Wohnungen stehen leer. Das ist nicht unproblematisch. Aber hier wird durch das Aufheben der Anonymität viel für die Gemeinschaft getan.“ Und die Bewohner wissen die Angebote des Mieterbeirats zu schätzen; wertvoll ist für sie unter anderem die ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung durch Karen Csicsaky für alle Kinder und Jugendlichen.