"Wir suchen auf den Konten"

Viele Nationen an einem Tisch (von links): Bakadir Tuncay, Frank Labatz, Gabriele Spier, Yaowannute Knüppel, Hava Hanim Borgmann, Sandra Carina Goncalves de Albuquerque.Foto: G. Gosewisch

Integrationsbeirat will durch Strukturworkshop eigene Linie finden

Langenhagen (gg). Dass ein Gremium, das Einfluss auf die Meinungsbildung in Politik und Verwaltung haben soll, zunächst bei den internen Beratungen funktionieren muss, ist nahe liegend. Genau daran scheint es jedoch beim Integrationsbeirat im vorigen Jahr einen gravierenden Mangel gegeben zu haben. Geringe Beteiligung an offiziellen und inoffiziellen Sitzungen und Probleme in der Kommunikation wurden von Anne Kirchbüchler, Integrationsbeauftragte der Stadt Langenhagen, in der letzten öffentlichen Sitzung offensiv angesprochen: „Ich ärgere mich darüber. Ich schicke viele Emails an die Mitglieder heraus und bekomme keine Rückmeldung.“ Im Haus der Jugend soll am 22. Januar 2011 daher ein Strukturworkshop stattfinden. Um den auf den Weg zu bringen, war Frank Labatz vom Fachdienst Kinder und Jugend der Stadt zur Sitzung geladen worden. Die anwesenden Mitglieder des Beirats, Bahadir Tuncay, Yaowanute Knüppel, Hava Hanim Borgmann, Sandra Carina Goncalves de Albuquerque und Ilhan Ünsal, verzichteten auf eine destruktive Kommentierung der bisherigen Zusammenarbeit. Ihnen ging es darum, positive Ideen zu entwickeln. Sachliche Informationen lieferten als Vertreter der Politik Gabriele Spier und Joachim Balk. Viele informelle Anfragen wurden geklärt. Yaowanute Knüppel ließ mit ihrer Intention für eine öffentliche Fotoinstallation zum Thema Integration neue Motivation entstehen. Positiv dazu die Beurteilung von Kirchbüchler: „Ich mag so was, das sollte gemacht werden.“ Obwohl sie in Anfragen zur Arbeitsstruktur des Beirates zuvor erklärte, dass die kleinteilige Bildung von Arbeitsgruppen keinen Sinn macht, erklärte sie zu dieser Idee: „Hier macht es Sinn, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Das muss weiter ausgearbeitet werden.“ In Aussicht steht die Finanzierung eines solchen Projekts aus dem Budget des Beirats. Ausgewiesen als Kostenstelle im Haushalt der Stadt betrug es in diesem Jahr 2.300 Euro. Dieser Betrag wurde nicht verbraucht und soll auf das Budget des folgenden Jahres draufgeschlagen werden. Auch im Jahr 2009 wurde nicht das ganze Budget verbraucht. Nach Auskunft von Gabriele Spier sind daraus noch 1.000 Euro offen, aber wohl nicht mehr auffindbar. Kirchbüchler bestätigt: „Wir suchen diesen Betrag auf den Konten.“
Wie die Ideen-Schmiede unter Menschen mit fremder Heimat gut läuft, zeigt Yaowanute Knüppel an einem Beispiel auf: „In unserer asiatischen Frauengruppe ziehen fünf Nationen an einem Strang. Wir helfen uns untereinander. Die Deutschen tun viel für uns, aber können nicht immer genau wissen, was uns konkret Probleme macht.“