„Wir wollen den Atomausstieg“

Brigitte und Inga Bohr (von links) reihten sich in Elmshorn in die endlose Menschenkette ein.

Langenhagener reihen sich in die Menschenkette ein

Langenhagen (he). Rund 120.000 Menschen aus vielen Teilen Deutschlands bildeten am Sonnabend eine 120 Kilometer lange Menschenkette zwischen den Atommeilern Krümmel und Brunsbüttel um gemeinsam ein Zeichen gegen den von der schwarz-gelben Bundesregierung geplanten Ausstieg aus dem Atomausstieg zu setzen. Mit dabei waren auch die Langenhagener SPD-Abteilungsvorsitzende Inga Bohr und ihre Schwester Brigitte Bohr, stellvertretende Juso-Vorsitzende aus Langenhagen. Die Beiden traten in einem der zahlreichen von der SPD gecharterten Busse die Reise ins schleswig-holsteinische Elmshorn an. „Das Menschenaufkommen war gigantisch“, erzählte Inga Bohr nach der Rückkehr. „Wir in Elmshorn standen wie anderswo auch dicht beieinander und bildeten eine lückenlose Menschenkette.“
Das ansonsten eher beschauliche Elmshorn verwandelte sich an diesem Tag in ein Meer von Menschen, Transparenten, Fahnen und Luftballons. Die immer wieder lautstark formulierte Forderung war eindeutig: „Wir wollen den Atomausstieg!“
Ganz unterschiedliche Initiativen, Umweltschutzverbände, Parteien und Gewerkschaften hatten im Vorfeld gemeinsam zu der Aktion unter dem Motto „Kettenreaktion – Atomkraft abschalten“ aufgerufen, und sahen am Sonnabend ihre Erwartungen an die Zahl der Teilnehmer noch weit übertroffen. Von den Teilnehmern freudig registriert wurde auch die Tatsache, dass es dem Aktionsbündnis gelungen war, Menschen jeden Alters zu gewinnen – Jung und Alt standen in einer bunten Mischung Seite an Seite in der endlosen Menschenkette.
„Die mehr als 30 Jahre alte Anti-Atom-Bewegung hat mit einer Demonstration dieser Größenordnung kurz vor dem Jahrestag von Tschernobyl ein Comeback erlebt, das für die Zukunft Hoffnung macht“, stellte Inga Bohr zufrieden fest.