„Wir wollen die Pflanzen retten“

Susanne Seterbakken setzt sich für den Erhalt des Grabelandes am Lenthehof ein. (Foto: G. Gosewisch)

Lenthehof-Kleingärtner fürchten die Bagger

Langenhagen (gg). „Es bleibt nur noch der Mai, dann rollen die Bagger und machen alles dem Erdboden gleich“, sagt Susanne Seterbakken. Sie bewirtschaftet ein Stück Grabeland am Lenthehof und spricht für zehn weitere Gartenfreunde, die eine kleine Kolonie am Stadtparkrand bilden. Das Land gehört zum benachbarten Klinikum der Region, die Stadt Hannover ist zuständig. Die Langenhagener Stadtverwaltung bemüht sich um den Kauf der Fläche, um den angrenzenden Stadtpark aufzuwerten. Zuständig für die Verhandlung ist der städtische Wirtschaftsförderer Jens Monsen. Er bestätigt im Gespräch mit dem ECHO, dass der Kauf der Fläche bereits verhandelt sei. Allerdings werde erst bezahlt, wenn das Grabeland geräumt sei – so die Vereinbarung, für die auch der Rat schon grünes Licht gegeben habe. „Wir haben es aber nicht so unheimlich eilig“, ergänzt er mit Hinweis auf die Befürchtungen der Kleingärtner und hält es für durchaus denkbar, dass die Stadt Hannover noch weiteren Aufschub für die Räumung gewährt. Schon für Januar gab es eine Kündigung, die auf 31. Mai aufgeschoben wurde. Susanne Seterbakken hofft darauf. Sie sagt: „Eine Frist bis in den Herbst würde uns helfen, denn wir finden keinen anderen Garten, den wir pachten können.“ Die Kleingärtner wollen die Pflanzen retten. „Die Vielfalt, die jetzt vorhanden ist, ist wertvoll. Zahlreiche Vogelarten, Fledermäuse und Insekten fühlen sich bei uns wohl“, gibt Susanne Seterbakken noch zu Bedenken. Sie findet es bedauerlich, dass die Kleingärtner nicht am Lenthehof bleiben sollen. Gerne seien die Kleingärtner bereit, den Bereich aufzuwerten und Zäune so zu bauen, dass Parkspaziergänger bessere Wege und Sicht haben. Sie sagt: „Wenn wir vertraglich Perspektive haben, können wir auch investieren.“ Sie appelliert an die Ratsmitglieder, Beschlüsse für den Erhalt des Grabelandes zu fassen, schließlich gehöre es zur Geschichte des Stadtparks und biete Blütenvielfalt statt Gestrüpp. Rund 1,4 Millionen Euro wird die Stadt Hannover als Kaufpreis für die Fläche (knapp 1,5 Hektar groß, 55,97 Euro pro Quadratmeter) einstreichen, für die es teilweise Bebauungspläne gibt. In der nächsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses am Donnerstag, 4. Mai, um 17.45 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1, wird zur Fläche beraten, allerdings in einem anderen Zusammenhang: Im Flächennutzungsplan soll die auf die ausgewiesene Wohnbaufläche „Nördlich Lenthehof“ verzichtet werden. Zu Beginn und am Ende der Sitzung findet die Einwohnerfragestunde statt.