„Wir wollen gern alle mitnehmen“

Stadtverwaltung schlägt Anwohnern am Wümmehof Pflanzkonzept vor

Langenhagen (ok). Die Wogen sind hochgeschlagen am Wümmehof, weil die Verwaltung Tabula rasa in Sachen Bepflanzung gemacht hat (das ECHO berichtete). Auslöser war die Beschwerde einer Anwohnerin im Mängelmelder, dann gab es eine Menge Schriftverkehr hin und her und den Bürgermeister als letzte Eskalationsinstanz. Und der Verwaltungschef hatte jetzt auch zu einer Infoveranstaltung ins DLRG-Heim am Silbersee eingeladen, um die Wogen zu glätten und zusammen mit Manuela Hertel von der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe, Wege und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Eines habe er auf jeden Fall gelernt. Nächstes Mal werde er solch ein Treffen einberufen, bevor er Maßnahmen anordne und das Kind dann schon möglicherweise in den Brunnen gefallen sei. Heuer: "Wir wollen gern alle mitnehmen." Manuela Hertel erläuterte: "Der Wümmehof gehört in Langenhagen zur Pflegekategorie zwei, der fünf bis sechs Pflegedruchgänge im Jahr beinhalte, darüber hinaus ein- bis zweimal Laub sammeln." Insgesamt werden in Langenhagen 343 Hektar Grünfläche und rund 22.000 Bäume gepflegt, außerdem 80 Spielplätze – teils in Eigenleistung der Stadt, teils mit Fremdfirmen. Es fallen Kosten von 950.000 Euro und speziell 82.000 Euro für die Baumpflege an. Für Heuer bewegen sich solche Diskussionen wie am Wümmehof immer in einem Spannungsfeld. "Die einen stört das Laub nicht, die anderen wollen es zusammenfegen und mir ins Rathaus kippen", sagte der Hauptverwaltungsbeamte mit einem Schmunzeln im Gesicht. Richt Recht machen könne er es oft keinem. Und es gelte auch in diesem Fall natürlich der alte Spruch: Wo kein Kläger, da kein Richter. Hätte es die Beschwerde nicht gegeben, wäre nichts passiert. So aber hätten die städtischen Mitarbeiter in den kommunalen Beeten auch viele Sträucher der Anwohner entdeckt, die da nicht hingehörten. Manuela Hertel: „Lebendbäume, Zuckerhutfichten oder auch Wacholder und anderes Immergrün haben dort drfinitiv nichts zu suchen.“ Ohne Absprache gehe es gar nicht, in anderen Kommunen seien durchaus Strafgelder bei Nichtentfernen fällig. Heuer: „Wir haben dann alles auf Stock gesetzt, in drei Jahren ist das wieder hochgewachsen.“ Es gebe jetzt genau zwei Optionen – entweder die Stadt pflanzt und bessert nach, oder die Anwohner übernehmen so genannte Beetpatenschaften. Da wollten die etwas 20 Anwesenden nicht so recht ran, also wird es wohl auf den Vorschlag der Verwaltung hinauslaufen: entweder eine so genannte Staudenmischung „Blütenschatten“ für die keine Mahd erforderlich, aber eine Laubdecke im Winter sowie alternativ eine Mulchschicht aus Kiefernrinde. Alternative. Schattenverträgliche Stauden wie Schaumblüte, Wald-Marbel, Dreiblatt Golderdbeere und Frühlings-Gedenkemein. Und auch, wenn sie regelmäßig gewässert werden müssen: „Wir wollen das mit der sanften Bepflanzung mal ausprobieren“, sagt Heuer.