Wirtschaft trifft Wissenschaft

Leif-Erik Lorenzen (Mitte), Geschäftsführer der Technik und Wissen (Tewiss) GmbH erläutert den Langenhagener Firmenvertretern die produktionstechnischen Abläufe in der Automobilfertigung bei VWN anhand der lackierten Karosserie des Porsche Panamera.Foto: D. Lange

Langenhagener Firmen im Produktionstechnischen Zentrum (PZH) in Garbsen

Garbsen (dl). Der Universitätsstandort Garbsen wird in den kommenden Jahren kontinuierlich zum Maschinenbau Campus der Leibniz Universität Hannover ausgebaut. Schon heute existiert mit dem
Produktionstechnischen Zentrum (PZH) zwischen der Autobahn A 2 und der B 6 eine Einrichtung der Universität, die sich nicht nur als ein Ort für Forschung und Lehre versteht, sondern auch als ein ingenieurtechnischer Dienstleister im Bereich Wirtschaftsförderung für die Unternehmen in der Region. Hierbei werden in erster Linie kleine bis mittlere Unternehmen angesprochen, die von dem Know-How aus der produktionstechnischen Spitzenforschung profitieren. Die Großindustrie hingegen verfügt in der Regel über eigene Einrichtungen dieser Art. Die am PZH entwickelten Simulationsmodelle für die Produktionsplanungen im Schichtbetrieb kommen allerdings auch im VW-Werk Nutzfahrzeuge in Stöcken bei der Produktion des T 5, dem Amarok und der lackierten Karosserie des Porsche Panamera zur Anwendung. Zur Zielsetzung des PZH gehören daher vielfältige Kooperationen mit Unternehmen in Form von Forschungsaufträgen, Gutachten und Analysen, das Durchführen von Versuchsreihen sowie die Nutzung der technischen Einrichtungen des PZH durch die Unternehmen bis hin zur Einrichtung von Netzwerken und Kontakt- und Kooperationsbörsen auf den großen Messen wie der CEBIT oder der Hannover Messe. Das PZH als die „Denkfabrik“ der Leibniz Universität mit seinen dort ansässigen, technologieorientierten Start-up Firmen bietet eine faszinierende Bandbreite an technischen Möglichkeiten. Von der Entwicklung zweidimensional arbeitenden, lineardirekten Flächenmotoren, der Mikroproduktionstechnik im Reinraum, unter anderem für die Biomedizin, Produkt- und Prozessentwicklungen, Messeinrichtungen und zerstörungsfreien Prüfverfahren, Umformtechniken, Produktions- und Verfahrenstechniken, neuartige Werkstofftechnologien, unter anderem zur Erforschung von Strategien zum Rückbau von kerntechnischen Anlagen, dem Maschinen- und Anlagenbau über Steuerungs- und Transporttechniken, Fabrikplanung- und Logistik bis zu den tonnenschweren Werkzeugmaschinen und Prüfständen, beispielsweise für Transportbänder aus dem Tage- und Bergbau. Daniel Düsentrieb hätte jedenfalls seine helle Freude dort, denn alles, was die Superhirne am PZH entwickeln, findet dereinst seinen Weg in die Praxis. Sei es zur Steigerung der Effektivität und Beschleunigung von Produktionsverfahren oder beispielsweise zur Energieeinsparung. Da lag es deshalb nahe für die Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadt Langenhagen, einmal die Vertreter der Langenhagener Firmen zu einem Ortstermin im PZH einzuladen, damit diese sich ein Bild machen können über die vielfältigen Möglichkeiten, die das Zentrum bietet, um sie für die eigenen Belange in ihren Unternehmen nutzbar zu machen und anzuwenden.