Wo einst die Weberei stand

Joachim Vogler (rechts) im Gespräch mit einem der letzten Kriegsblinden in der Siedlung, Rudolf Schorling.Foto: O. Krebs

GLIEM-Tafel erinnert an altes Handwerk im Hindenburgviertel

Langenhagen (ok). GLIEM-Tafel Nummer 70 soll daran erinnern: Die Siedlung wurde die Heimat vieler Frauen und Männer, die im Zweiten Weltkrieg ihr Augenlicht verloren hatten. Die Arbeitsgemeinschaft kriegsblinder Weber, eine Genossenschaft auf gemeinschaftlicher Basis, wurde am 28. Oktober 1949 ins Leben gerufen. Heinz Knaack, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, gelang es, den damaligen Gemeindedirektor Otto Schwarz für dieses nachhaltige Projekt zu begeistern und so entstanden auf einem Grundstück, das größer als 15.000 Quadratmeter war, zehn Doppelhäuser mit jeweils 60 Quadratmeter Grundfläche mit 20 Wohnungen am Ithweg und In den Kolkwiesen. Im Mai 1952 entstand auch die Weberei mit Lagerflächen; zunächst wurde mit der Hand gearbeitet, später einige Maschinenwebstühle angeschafft. Die Produktpalette war groß mit Kleidern, Kissen und Tischdecken; Abnehmer sogar Versand- und Warenhäuser. Das Projekt war vielbeachtet in In- und Ausland, aber letztendlich war der Konkurrenzdruck doch zu groß, sodass es Anfang 1978 eingestellt wurde. Dort, wo Weberei und Lagerhallen waren, stehen heute auch Einfamilienhäuser.