Wo sich das braune Langohr wohlfühlt

Drei dieser Schilder sind rund um das Areal aufgestellt worden: Ursula Schneider (Leiterin Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe), Karsten Lüdtke, Andreas Schillin, Stadtgrün-Mitarbeiterin Almut Koch und Ricky Stankewitz, Naturschutbeauftragter der Region Hannover. (Foto: O. Krebs)

Naturwald nördlich der Niederrader Allee eingeweiht

Langenhagen (ok). Freie Bahn für das Braune Langohr, Schwarzspecht und Abendsegler: Der zweite Naturwald in Langenhagen – zwischen Niederrader Allee und Rieselfeldern – mit einer Fläche von zwei Hektar ist seiner Bestimmung übergeben worden. Der erste ist im Kananoher Forst. „Hier findet keinerlei Pflege statt; es laufen natürliche Prozesse ab.“ Dauerpflege ist aus Sicht der Stadtverwaltung ausgeschlossen. Totholz werde nicht weggeräumt, genauso wenig wie umgekippte Bäume. Außerdem gebe es in dem alten Baumbestand – 50 bis 200 Jahre alt – viele Nisthilfen. Seltene Arten können sich dem Laubwald mit vielen morschen Bäumen dann entfalten. Biologische Vielfalt ist angesagt, zehn Prozent der Landesforsten in Niedersachsen sollen Naturwald werden.Zum Hintergrund: Das "Braune Langohr" (Plecotus auritus) ist eine in Niedersachsen stark gefährdete Fledermausart (Rote Liste Niedersachsen Kategorie zwei). Diese Art ist auf Altbaumbestand in Wäldern angewiesen, besiedelt alte Spechthöhlen und ernährt sich hauptsächlich von Käfern, die ihrerseits auf Totholz zur Larvenentwicklung angewiesen sind.
Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist ebenfalls typisch in naturbelassenen Wäldern. Totholz an Bäumen ist sowohl zur Nahrungssuche, als auch zur Reviermarkierung erforderlich. Spechte suchen sich zur Reviermarkierung abgestorbene Äste an Bäumen, die eine gute Resonanz haben. Auf diesen Ästen "trommeln" sie dann mit ihrem Schnabel. Beim Schwarzspecht ist das Trommeln bis zu einem Kilometer weit hörbar.