„Wo wohnt Gott?“

"Wo wohnt Gott?": So fragen nicht nur Kinder. Wohnt er über den Wolken? Viele Menschen haben in der zurückliegenden Ferienzeit in der Natur eine Nähe zu Gott erlebt, dem Schöpfer. Im Wald, wo die Bäume rauschen und die Vögel singen. In Bergen, die gigantisch sind in ihrer Gestalt. Oder am Meer, in dieser grenzenlosen Weite. Jeder erlebt es anders - ja, ist Gott am Ende nirgends festzumachen, entgleitet er uns wie die Samen einer Pusteblume im Wind? Dann können wir uns ja doch nicht auf ihn verlassen, obwohl es immer heißt, dass er uns durch unser Leben begleite. Wir möchten ihn doch sicher haben, wenigstens in den Kirchenmauern.
Aber - Gott ist uns nicht verfügbar.
Wir finden immer nur Bilder und Symbole, die unsere Beziehung und Erfahrung mit Gott beschreiben. Gott ist für mich Quelle, Schutzwall, Wärme, Geborgenheit, Licht...
Was ist Gott für Sie?
Oft erwarten wir das mächtige Eingreifen Gottes in unsere menschlichen Verwirrungen. Aber schon der Prophet Elia mußte feststellen, dass Gott im Unscheinbaren zu finden ist, nicht im Sturm, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer, sondern im stillen Säuseln des Windes. Wir können Gott nicht greifen, und doch begegnet er uns; zum Beispiel in Menschen. Wie etwa in einer Mutter Theresa, jene Nonne einer Missionsschule in Kalkutta, die die Menschen in Indien ‚Heilige der Bürgersteige‘ und ‚Mutter der Sterbenden‘ nannte. 1979 erhielt sie sogar den Friedensnobelpreis. Ihr 100. Geburtstag am 26. August liegt erst wenige Tage zurück.
Wir müssen nicht wie Mutter Theresa sein, aber Gott braucht uns immer wieder, damit er durch uns in der Welt sichtbar werden kann.
Claus Venz, Pastor