Wohin kommt eine dritte Oberstufe?

In der Adolf-Reichwein-Schule machte Schulleiterin Bernadette Zettelmann den Sanierungsbedarf deutlich. (Foto: O. Krebs)

Politiker nahmen IGS Süd, Realschule und Adolf-Reichwein-Schule unter die Lupe

Langenhagen (ok). Schulleiterin Mascha Brandt gibt sich kämpferisch: „Wir gehen nicht ohne unsere Grundschule weg.“ Bei der Schulbereisung, an der unter anderem Langenhagener Lokalpolitiker teilnahmen, entbrannte an der IGS Süd eine Diskussion über Abriss oder Neubau. Der Sanierungsbedarf sei enorm, es gebe viele Schwachstellen und auch einige Wünsche. Doch eines ist für Mascha Brandt und ihr Kollegium klar: Der Standort sei alternativlos, wenn die Grund- und Gesamtschule nicht gemeinsam gebaut würden. Mascha Brandt: „Wir haben seit Jahren dafür gekämpft, dass wir Grundschule und weiterführende Schule an einem gemeinsamen Standort haben.“ Das sei ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Langenhagen. Eine Schule von der ersten bis zur zehnten Klasse. Gleichzeitig machte sie sich für eine dritte Oberstufe in Langenhagen stark, die an der Angerstraße entstehen soll. Damit steht sie aber nicht allein da, denn auch Thomas Kelber, Leiter der Robert-Koch-Realschule, wirft seinen Hut in den Ring, spricht sich an der Rathenaustraße für ein weiteres integratives System aus – entweder eine Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe oder eine Oberschule mit gymnasialem Zweig. Zwischen Sporthalle und Bahnstrecke könnte ein neuer Bau entstehen – ähnlich gebaut wie das nebenan liegende Altenheim. Sollte das politisch nicht so entschieden werden, sei eine weitere Möglichkeit, den Sportplatz zu drehen. Kelber: „Dann könnten hier endlich wettkampfgerechte Sportveranstaltungen laufen.“
Ersatz für ein Gebäude mit Schimmelbefall müsse kommen, die Obergrenze der Auslastung an der Schule sei jetzt erreicht. In Punkt, über den Kelber sich echauffierte, war die Nutzung des Theatersaals. Spontan sei da wegen der Versammlungsstättenverordnung kaum etwas zu machen, das Ganze gestalte sich ziemlich unflexibel.
Die Gruppe startete allerdings in der Adolf-Reichwein-Schule in Wiesenau, der ersten Grundschule Langenhagen mit einem Ganztagsbereich. Der funktioniere außerordentlich gut, 160 Schüler der 250 Schüler nähmen daran teil. Schulleiterin Bernadette Zettelmann findet es generell gut, dass die Politiker Interesse zeigen, aber jetzt müsse zeitnah etwas passieren. Denn bereits seit sechs Jahren gebe es einen Sanierungsplan. Ein Anbau an die Turnhalle würde neue Duschen und Umkleiden ermöglichen. Außerdem müsse das Dach saniert werden, und die Fenster seien veraltet. Sie ließen sich kaum öffnen, ein Luftaustausch sei nicht möglich.
Die drei Schulen sollen nicht die einzigen in Langenhagen bleiben, die unter die Lupe genommen werden. Im Herbst soll die Tour weitergehen. Weiterdiskutiert wird aber auch schon beim Runden Tisch am nächsten Donnerstag, 11. Mai.