Wohnen und Mobilität im Alter

Stadtbaurat Carsten Hettwer erklärte die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung. (Foto: D. Lange)

Demografie-Forum lief im Rathaus

Langenhagen (dl). Das "Alter als Chance" stand im Mittelpunkt des Demografie-Forums, das vom Seniorenbeirat im Rathaus organisisert wurden. Trotz oder gerade wegen einer Vielzahl von Veränderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, wobei auch Faktoren wie die zunehmende Digitalisierung eine Rolle spielen werden. Fest steht, die Gesellschaft wird immer älter und damit steigt automatisch auch der Anteil der Älteren im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die kommunale Infrastruktur in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Themen wie Wohnen im Alter, Mobilität, Sicherheit, Gesundheit und Pflege verändern sich in ihrer Bedeutung und erfordern ein neues Denken mit neuen Konzepten und Lösungen. Nicht zu vergessen die künftige Gestaltung von Wohnquartieren, die reale Begegnungen und soziale Kontakte möglich machen, um der Isolation der alten Menschen entgegen zu wirken. Einrichtungen wie das Mehrgenerationen-Haus oder der Quartierstreff in Wiesenau mit ihren vielfältigen Angeboten erfüllen besonders für Senioren eine immer wichtiger werdende Funktion als Treffpunkt und Anlaufstelle. Das Mehrgenerationenhaus ist ein offenes Haus mit ganzjährigen Öffnungszeiten für Begegnungen auf verschiedener Ebene und versteht sich als Ansprechpartner für die kleinen und großen Sorgen und Probleme der Menschen, zur Unterstützung ihres Alltags. Welche Aufgaben sich aus dem demografischen Wandel für die Stadtplaner ergeben, darüber sprach Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer im Forum. Die Frage: „Wie werden wir künftig in Langenhagen leben?“ berühre eine Vielzahl von Themen und Aspekten. Bauen, Kunst, Sport, Kultur, um aus seinem Arbeitsbereich nur einige davon zu nennen. Senioren haben aus seiner Sicht, so Hettwer, den Anspruch, nah am Leben zu bleiben, wenn es beispielsweise für sie darum geht, aus einem, weil die erwachsenen Kinder weggezogen sind, viel zu groß gewordenen Haus wohnortnah in eine kleinere Wohnung umzuziehen. Hinzu kommt, dass die älteren Menschen von 50plus als „Best Ager“ von der Werbebranche vermehrt als Zielgruppe erkannt wurden. Best Ager sind aktiv, bezeichnen sich nicht als Senioren, sondern fühlen sich noch jung, grenzen sich aber von den Jüngeren ab und sind oft gut situiert mit einer hohen Kaufkraft. Die Filmbranche habe gar ein ganz neues Genre geschaffen mit Filmen, die Themen wie Demenz in den Mittelpunkt stellen. An dieser Stelle sei das Senioren-Kino erwähnt, eine Einrichtung die immer mehr Anklang findet. Was die Senioren darüber hinaus interessiert sind zwangsläufig Themen wie Gesundheit und in diesem Zusammenhang die Gesundheitsversorgung. So fordert der Seniorenbeirat schon seit einiger Zeit ein Ärztehaus in Langenhagen sowie eine Mobilitätszentrale. Des Weiteren Ruf- und Sammeltaxis, kleinere Busse im öffentlichen Personennahverkehr anstatt vermeintlich unrentable Strecken stillzulegen, einheitliche Gestaltung der Haltestellen und abgesenkte Bordsteine. Die dann natürlich auch nicht zugeparkt werden dürften. Wellness, Ernährung und Reisen sind ebenfalls Aspekte, die nicht nur für Senioren von Interesse sind. Auch darüber müsse ein Stadtbaurat nachdenken, sagte Hettwer. Neubauten, so Hettwer, könnten trotz gestiegener Anforderungen im Bereich Energieeinsparung generell günstiger werden, wenn grundsätzlich alle Wohnungen nach barrierefreiem Standard entstehen würden. Die Seniorenberatung Hannover hat dazu eine sogenannte „Smarte und barrierefreie“ Musterwohnung konzipiert, ausgestattet mit beleuchteten Sockelleisten, die nachts den Weg ins Bad ausleuchten, einer ebenerdigen Dusche, vernetzten Rauchmeldern und einem digitalen Türspion.