Wolf Gloßner muss endgültig raus

35 jahre künstlerische Entwicklung: Wolf Gloßner zwischen der „Urmutter Aua“ aus der Blechtrommel, angefertigt aus Mooreiche (links) und der heutigen Version von Mackie Messer aus Edelstahl und Messing.Foto: O. Krebs

Letztes „offenes Atelier“ am Pferdemarkt am Sonntag, 13. Oktober, von 10 bis 17 Uhr

Langenhagen (ok). „Time to say good bye“ – dieser Hit von Sara Brigthman und Andrea Bocelli wird für den bekannten Langenhagener Künstler Wolf Gloßner, der bereits seit 33 Jahren in der Flughafenstadt wirkt, Ende des Jahres traurige Wirklichkeit. Dann muss der 66-Jährige sein Domizil am Pferdemarkt verlassen, sein Mietvertrag läuft aus, und neue Atelierräume sind noch nicht in Sicht. 15 Jahre hat der frühere Meisterschüler jetzt in den Räumen der Fabrik gelebt und gearbeitet, Tausende von Skizzen und künstlerischen Werken aus verschiedenen Materialien. Sein Name hat einen Ruf in der Kunstszene der Stadt, nur hat bildende Kunst in Langenhagen noch eine Lobby? Gloßner glaubt nicht, zu viel Kommerz habe in der Flughafenstadt Einzug gehalten, „ein verkaufsoffener Sonntag ist schon das höchste an Kulturgefühlen“. Die Initiative GLIEM (Ganz Langenhagen ist ein Museum) lasse Langenhagen als ein „Museumsdorf mit angeschlossenem Flughafen“ erscheinen. Dabei sei Langenhagen durchaus eine Stadt mit wirtschaftlicher und auch kultureller Potenz. „Die ganze Aktion ist gut, aber man hätte sie 'historisches Langenhagen' nenen sollen“, so die Ansicht Gloßners.
Was seine persönliche Situation angeht: Zweifellos – die Zeiten seien für ihn härter geworden, verdammt hart so zu sagen. Viele seiner alten Sammler seien gestorben, die Kinder bekämen so etwas heute nicht mehr vermittelt. Dabei können sie durchaus etwas mit ihren Händen fertigstellen, man muss sie nur lassen. Gloßner hat es vorgemacht, sich mit vielen Werken in der Stadt verewigt. Das bekannteste ist wohl das „Tor zur Welt“ am Flughafen, aber auch Kunstwerk „Haus für Sonne und Mond“ im Stadtpark stammt von ihm genauso wie die Stele zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und die Tafel „Das zerbrochene Schwert“ am Rathaus.
Etwas wehmütig wird dem begnadeten Künstler schon ums Herz, wenn er für kommenden Sonntag, 13. Oktober, zwischen 10 und 17 Uhr zum letzten Mal zum „offenen Atelier“ an den Pferdemarkt 36 einlädt. Der passende Titel der Ausstellung mit vielen Werken Gloßners: „Abschied von gestern“. Wer mehr von Wolf Gloßner erfahren möchte oder vielleicht sogar einen Tipp in Sachen neue künstlerische Bleibe hat, nehme bitte unter der Telefonnummer (0511) 7 24 16 91 Kontakt mit Gloßner auf. Mehr über ihn auch unter www.wolf-glossner.de.