„Wollen wir altern, muss etwas passieren“

Symbolisch wurden im Gottesdienst Kerzen angezündet.Foto: C. Borschel

Diakoniewoche startet mit Eröffnungsgottesdienst

Langenhagen (bo). Manchmal gibt es zu einem Termin gleich mehrere Anlässe, die erwähnenswert sind. Am vergangenen Sonntag, dem Auftakt der Diakoniewoche, die bis Ende der Woche unter dem Motto „Altern in der Mitte der Gesellschaft: Aus dem Leben schöpfen – für mich und für andere" stattfindet, war genau dies der Fall. Neben der großen Auftaktveranstaltung der Diakoniewoche konnte auch der Diakonieverband Hannover-Land sein zehnjähriges Bestehen feiern. Hauke Jagau, Regionspräsident fand lobende Worte für den Verband: „Damit haben Sie gezeigt, dass eine regionszusammenfassende Arbeit zwar mitunter schwierig, aber auf jeden Fall sehr gut möglich und sinnvoll ist. Dafür möchten wir von der Region Hannover uns ganz herzlich bedanken“. Neben Jagau sprachen auch Langenhagens Bürgermeister Friedhelm Fischer, Probst Martin Tenge vom Caritasverband Hannover und Superintendent Hermann de Boer Grußworte und lobten hierbei auch ausdrücklich die Arbeit von Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Nach vier Jahren als Diakoniepastor des Diakonieverbandes Hannover-Land wird Müller-Brandes ab Oktober zum Stadtkirchenverband Hannover wechseln, um dort seine diakonische Arbeit weiterzuführen.
In seiner Auftaktpredigt fand Müller-Brandes aber noch einmal deutliche und ambitionierte Worte und prangerte vor allem die derzeitige Sichtweise auf das Alter an: „Wir müssen uns deutlich mehr an dem ursprünglichen biblischen Weltbild orientieren. Hier wird das Alter verehrt, und nicht als Kostenfaktor betrachtet“. Der Diakonieverband habe sich vorgenommen, das Alter neu zu entdecken. „Alter heißt auch, aus dem Leben zu schöpfen - das sollte man als Chance sehen“, so Müller-Brandes. Um diese Chancen nutzen zu können und noch mehr Potenzial generieren zu können, müssten Kirche und die Diakonie künftig aber noch enger zusammenarbeiten. „Ein Konkurrenzdenken ist vollkommen unangebracht, das Ziel, das erreicht werden soll, ist doch immer das Gleiche, da sollte man auch an einem Strang ziehen“, so Müller-Brandes weiter. Um den Kontakt weiter zu intensivieren, will der Diakonieverband in der kommenden Zeit alle Gemeinden im Land besuchen und aktiv den Dialog suchen.
Mit rund 200 Besuchern, jeweils grob ein Drittel aus der Diakonie stammend, aus den Kirchen des Landes und aus anderen Gästen, war die Elisabethgemeinde gut besucht. Am Ende des Gottesdienstes wurden symbolisch Kerzen angezündet, getreu dem Motto: „Ihr seid das Licht der Welt“. In der Diakoniewoche finden rund 3000 Veranstaltungen in der gesamten Region Hannover rund um das Thema Diakonie und Nächstenliebe statt. Weitere Informationen können unter http://www.woche-der-diakonie.de abgerufen werden.