Wunder

„Wunder gibt es immer wieder“ heißt der den Älteren wohlbekannte Schlager von Katja Ebstein. Hinter diesem Satz steht die Auffassung, dass das Leben immer wieder Überraschungen bereit hält. Wir können nie sicher sein. Auch der mieseste Tag kann am Ende noch zu einem Glücksfall werden.
Natürlich gibt es auch die genau entgegen gesetzte Sicht. Nach dem Motto: Wenn du glaubst es ist schlimm – warte ab, was morgen kommt. Man redet hier auch von „Murphys Gesetz“. Sprich: Was schief gehen kann, geht auch schief.
Vermutlich hat jeder beides schon erlebt. Die Momente, in denen nichts klappt und ich das Gefühl bekomme, die ganze Welt hat sich gegen mich verschworen. Aber eben auch die Tage, an denen ich trotz widrigster Umstände eine Wende zum Guten erlebe. Die Tage, an denen sich das Glück einfach einstellt, ohne dass ich etwas dafür getan hätte.
Bei näherem Betrachten dieses Sachverhaltes komme ich zu der Erkenntnis, dass es wohl in erster Linie auf meine eigene Einstellung und Wahrnehmung ankommt. Meistens liegt es daran, dass ich das Gute übersehe und überall nur Augen für das Schlechte habe. Das Glas ist eben in manchen Zeiten halbleer – und nicht halbvoll. Ich muss zugeben – diese Einstellung macht das Leben nicht leichter. Im Gegenteil.
Gerade jetzt im Frühling will ich mir vornehmen, Augen für das Schöne und das Positive zu haben. Hinzusehen, wenn sich ein Löwenzahn durch die Fuge eines Pflasters hervorwagt. Was für ein Optimismus des Lebens! Lauter grauer Stein und mittedrin eine gelbe Blüte. Wunder gibt es eben immer wieder – wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehn! Das singt Katja Ebstein. Recht hat sie.
Tipp: Am Sonntag, 2. April, um 18 Uhr in der Elisabethkirche: Der Querbeet-Gottesdienst zum Thema.
Torsten Kröncke, Pastor