Zahlen und Entwicklungen

Sitzung der Fluglärmkommission

Langenhagen. Bei der jüngsten routionemäßigen Sitzung der Fluglärmkommission des Flughafens Hannover-Langenhagen wurden u.a. die Entwicklung der Fluglärmbeschwerden des letzten Quartals und der Jahresbericht des Fluglärmschutzbeauftragten behandelt. Weiterhin wurden verschiedene Ansätze für die Flugrouten und Flugverfahren mit dem Ziel behandelt, diese über bewohntem Gebiet leiser zu gestalten.
Im Jahr 2012 sind ca. 6.200 Lärmbeschwerden beim Fluglärmschutzbeauftragen aufgelaufen, davon ca. 240 als Einzelbeschwerden. Im besonderen Maße haben sich Anwohner aus den Bereichen Langenhagen, Osterwald, Isernhagen und der Wedemark gemeldet. Bei der Mehrzahl handelt es sich um Flüge, die zwar durch ihre besondere Lautstärke den Unmut der AnwohnerInnen hervorgerufen haben, aber im Rahmen der für den Flughafen geltenden Erlaubnis liegen. Als besonders laut haben sich verschiedene Varianten des „Jumbo“ und einzelne große Transportmaschinen erwiesen, die hier auch nachts verkehren dürfen. Die übrigen Beschwerden, vorwiegend aus dem Bereich Schloss Ricklingen, wurden von verschiedenen Personen eingereicht, die sich im besonderen Maße betroffen fühlen.
In der Gesamtsumme ist die Anzahl der Flüge – bei leicht steigender Fluggastzahl – seit 2001 um ca. 11 Prozent gesunken (auf 80.139 Bewegungen in 2012). Dieses ist möglich, da die eingesetzten Flugzeuge größer und damit leider zum Teil auch lauter wurden. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der Nachtflüge von 10,6 auf 14 Prozent gestiegen (von ca. 26 auf 31 Bewegungen im Ganzjahres-Durchschnitt pro Nacht).
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung waren Lärmbeschwerden aus dem Raum Burgdorf, die die Kommission schon längere Zeit beschäftigen. Hier liegt der Beginn des Landeanfluges aus östlicher Richtung, sodass es dort zu vermehrten Belästigungen kam. Unabhängig voneinander haben die Flugsicherung und ein Forschungsverbund von TUI und DLR erste Überlegungen vorgestellt, wie einerseits die Flugrouten, andererseits die Anflugverfahren variiert werden könnten, um eine Lärm-Entlastung der Bevölkerung zu ermöglichen. Die Kommission unterstützt diese Initiative und wird, sobald konkretere Einzelheiten festliegen, das Projekt weiter begleitend diskutieren.
Schließlich befasste sich die Kommission mit dem Thema von Wirbelschleppen. Ungünstige Wetterverhältnisse und schwierige aerodynamische Verhältnisse an einzelnen Flugzeugen führen ca. sechs bis acht Mal pro Jahr zu sogenannten Wirbelschleppen. Dabei werden einzelne Ziegel oder sogar ganze Dächer beschädigt. Betroffene AnwohnerInnen sollten bei solchen Vorfällen möglichst umgehend den Flughafen anrufen, der dann kurzfristig die erforderlichen Reparaturen und Instandsetzungen in die Wege leitet.